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Autofrei reisen
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Autofrei reisen

Ute Klewitz
Ein Beitrag von

Ute Klewitz,

Pastoralreferentin, Mentorin für Lehramtsstudierende mit dem Fach Katholische Theologie an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz
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„Wenn einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen.“ Dieser Satz von Matthias Claudius passt gut zu meiner Kindheit. Sonntag für Sonntag haben sich meine Eltern, meine Schwester und ich nach einem guten Mittagessen ins Auto gesetzt, und schon ging der Sonntagsauslug los: mal zu Tante und Onkel, mal zu Freunden oder in die Natur. Wir waren gemeinsam unterwegs. Und dann gab es da in den siebziger Jahren des letzten Jahrhunderts eine ganz besondere Erfahrung: der autofreie Sonntag. Das war echt seltsam: Fahrverbot wegen der Ölkrise. Die meisten Autos blieben in der Garage. Dieser Gedanke, einen Tag pro Jahr auf das Auto zu verzichten, ist auch heute noch aktuell. Der Autofreie Tag ist in Europa ein Aktionstag, der heute, am 22. September, stattfindet. Viele Organisationen wie z.B. Umweltverbände haben diesen Tag ins Leben gerufen. Meistens sorgen Städte und Orte dafür, dass ihre Zentren für bestimmte Stunden autofrei bleiben.

Mir gefällt die Idee eines solchen Aktionstag. In den siebziger Jahren haben wir einfach einen gemütlichen Sonntag zuhause verbracht: mit Fernsehen und Kartenspielen. Auch das Fahrrad war und ist eine prima Alternative. Für mich hat der autofreie Sonntag Sinn gemacht. Gerade am Sonntag konnte man ja ganz gut ohne Auto auskommen. Ein autofreier Tag unter der Woche ist sicher für einige eine echte Herausforderung. Es geht, so finde ich, ja gerade auch darum, das Alltagsverhalten mit Auto zu überdenken: die Städte autofreier zu kriegen, Alternativen im Alltag auszuprobieren.

Biblisch ist der Sonntag der Tag, an dem auch Gott ausruht, nämlich nachdem er die Welt geschaffen hat. Sehr gut schaffen, wie die Bibel sagt. Auch ich fand die Natur schon bei den Sonntagsausflügen in meiner Kindheit ganz wunderbar. Als Christin will ich die Natur, die Schöpfung bewahren. Auch dafür ist es gut, ab und zu mal einen autofreien Tag einzulegen.

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