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Begeisterung für die Einheit der Kirche
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Begeisterung für die Einheit der Kirche

Monika Dittmann
Ein Beitrag von

Monika Dittmann,

Katholische Seelsorgerin im Altenheim, Flörsheim am Main

Wenn ich begeistert bin, dann fühle ich mich wie elektrisiert. Da kommt etwas in mir in Bewegung. Ich packe an oder ich beginne etwas ganz Neues: Dann bin ich Feuer und Flamme; habe ich ungeahnte Energien. Es kommt mir vor, als würde ich von einer unbekannten Kraft weitergetragen.

So ähnlich haben das die Menschen in Jerusalem damals wohl empfunden – am ersten Pfingstfest. Der Evangelist Lukas hat die Begeisterung der Jünger für die Botschaft von Jesus, dem Auferstandenen, in Bilder gefasst. Er schreibt von Feuer, vom Wind …

Heute, am Pfingstmontag, finden in vielen Gemeinden ökumenische Gottesdienste statt. Seit den 60er und 70er Jahren des letzten Jahrhunderts waren Christen aller Konfessionen begeistert von einem neuen Wind in der Kirche. Die Trennung der Christenheit wurde nicht länger hingenommen. Voller Begeisterung haben die Menschen sich für ökumenische Gottesdienste, ökumenische Begegnung und das gemeinsame Gespräch über den Glauben eingesetzt. Feuer und Flamme waren evangelische und katholische Christen damals für eine Annäherung der katholischen und evangelischen Kirche. Der Geist dieser Bewegung war sicher dem Geist des ersten Pfingstfestes ähnlich: Gott hat Menschen in Bewegung gebracht.

Die Menschen, die sich vor 50 Jahren für die Ökumene eingesetzt haben, sind alt geworden mit ihrer Vision von einer geeinten Kirche. Viele junge Christen heute stört die Trennung kaum noch. Trotzdem ist es heute noch nicht selbstverständlich, dass Christen miteinander Gottesdienst feiern – zumindest die Mahlgemeinschaft ist noch nicht gefunden.

Da ist es gut, wenn heute viele Christen überall in unserem Land gemeinsam Gottesdienst feiern und sich öffnen für Gottes Wort und das Wehen seines Geistes. Auch heute braucht es begeisterte Christen, die die Kirchen voranbringen und vor allem den Glauben an Jesus, den Auferstandenen in hoffnungsvollen Worten unter die Menschen bringen. Ich jedenfalls freue mich auf den Gottesdienst, den ich heute Morgen gemeinsam mit vielen erleben darf.

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