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Wintersonnenwende
Bild: Foundry/Pixabay

Wintersonnenwende

Gabriele Heppe-Knoche
Ein Beitrag von Gabriele Heppe-Knoche, Pfarrerin, Leitung Evangelisches Forum Kassel
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Heute ist Wintersonnenwende. Der dunkelste Tag des Jahres. Nur 7,5 Stunden haben wir Tageslicht und fast doppelt so lange umgibt uns Dunkelheit. Viele Menschen mögen diese dunkle Zeit des Jahres nicht. Es ist nicht schön, wenn morgens die Kinder im Dunkeln zur Schule marschieren müssen und wenn die Jogger nach der Arbeit eine Stirnlampe brauchen, um den Weg zu finden. Manche fühlen sich bedrückt und unwohl, weil das Sonnenlicht fehlt. Ihnen schlagen die dunklen Tage aufs Gemüt.

Im Advent setzen wir der Dunkelheit etwas entgegen

Heute haben wir zum Glück die dunkelste Zeit für dieses Jahr hinter uns. Besonders den düsteren November. Im Advent setzen wir der Dunkelheit selbst etwas entgegen. Wir zünden Lichter an. Die Kerzen am Adventskranz, leuchtende Sterne an den Fenstern und die adventliche Beleuchtung in den Einkaufsstraßen. So gehen wir durch die dunkeln Tage dem Weihnachtsfest entgegen.

Kein Zufall, dass Weihnachten in der dunkeln Zeit gefeiert wird

Es ist kein Zufall, dass Weihnachten genau in dieser dunkeln Zeit liegt. Die frühe Christenheit hat das Fest auf den 25. Dezember festgelegt. Das war damals nach dem julianischen Kalender der Tag der Wintersonnenwende. Erst durch die Einführung des gregorianischen Kalenders Ende des 16. Jahrhunderts ist die Wintersonnenwende auf den 21. Dezember gerutscht.

Jesus - Licht der Welt wird da hinein geboren, wo Dunkelheit herrscht

Das Weihnachtsfest, das Fest der Geburt des Gotteskindes, lag also mitten in der dunkelsten Nacht des Jahres. Die Symbolik ist leicht zu verstehen. Jesus, das Licht der Welt, wird genau da geboren, wo das tiefste Dunkel herrscht. Mitten hinein in alles, was die Welt dunkel macht: wo Menschen verzweifelt sind, weil sie kein Dach über dem Kopf haben. Mitten hinein in Situationen, wo Menschen Angst haben und keine Hoffnung auf Besserung mehr. Mitten hinein in Zeiten, wo wir kein Vertrauen mehr haben, dass sich etwas ändert. In dieses tiefe Dunkel hinein öffnet sich ein Spalt des Himmels und es scheint ein Licht auf. Das Licht der Welt.

Das Licht vom Stall in Bethlehem schenkt Geborgenheit

Es ist ein kleines, warmes Licht dort im Stall von Bethlehem. Es vertreibt das Dunkel nicht ganz und gar. Aber für die, die zur Krippe kommen, schafft es einen Raum, in dem man geborgen ist und keine Angst haben muss. Es leuchtet eine Hoffnung über die Jahre und Jahrhunderte hinweg. So wie die vier Kerzen am Adventskranz das sonst dunkle Zimmer zu einem wohnlichen Ort machen. So wie eine Taschenlampe nachts im Dunklen den Weg erleuchtet. So wie die Tür zum Kinderzimmer abends einen Spaltbreit offenbleiben muss, damit in diesem Lichtstrahl ein Kind ruhig und friedlich einschlafen kann.

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