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Wenn die Schöpfung sich wehrt
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Wenn die Schöpfung sich wehrt

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Am Anfang klingt es lustig. Vor vier Tagen wird gemeldet (n-tv.de 16.8.18): Schweizer Kühe werden immer schwerer. Ist doch gut, denkt man. Dann lese ich genauer und merke: das ist nicht lustig. Die Kühe sind zu hoch gezüchtet. Sie haben Probleme mit ihrer Gesundheit. Sie passen nicht mehr in die alten Ställe und zerstören die Almwiesen mit ihrem Gewicht. Die Züchter beginnen nun, ihre eigenen Erfolge zu fürchten.

Man erntet, was man sät. Auch bei Tieren. Wer nur Erfolg sucht, zerstört Leben. Wer keine Rücksicht kennt, wird sich bald fürchten. Menschen sind nicht die Herren der Welt, auch wenn sie sich so benehmen. Tiere sind keine Ware, die man beliebig züchten kann. Eines Tages werden sie krank. Das ist dann das Ende des Geschäfts. Wer die Schöpfung angreift, darf sich nicht wundern, wenn sie sich wehrt. Auch Tiere wehren sich, wenn sie zur Masse werden, zum reinen Geschäft. Wenn sie durch halb Europa gefahren werden, nur weil Schlachten irgendwo billiger ist.

Das ist Frevel, eine Sünde. Man vergreift sich nicht an Mitgeschöpfen. Man achtet sie. Es sind Lebewesen. Sie fühlen Schmerz. Das will ich lernen. Ich gebe zu, dass ich sie esse. Aber immer weniger. Es stört mich, wenn Fleisch so billig ist. Und ich nicht weiß, wo es herkommt. Ich will nicht gedankenlos sein. Ich will achtsam sein und bleiben. Die Schöpfung lässt sich nicht alles gefallen. Sie wehrt sich. Oder erfreut mich. Auch meine Behutsamkeit gibt sie zurück. Durch ihre Schönheit, das Leuchten Gottes in seinen Geschöpfen. Weil ich sie achte.

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