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Bild: Markus Winkler/Pixabay

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Klaus Nobiling
Ein Beitrag von

Klaus Nobiling,

Evangelischer Pfarrer im Kirchspiel Lichtenfels-Goddelsheim
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Seit einem Jahr gibt es viele Vorschriften

Eine Menge Vorschriften bestimmen seit fast einem Jahr unseren Alltag. Wir desinfizieren Einkaufswagen, wir tragen Masken in Supermärkten und Schulbussen.

Meistenteils halten wir uns an die lästigen Gebote - wir wollen ja schließlich auch irgendwann mal wieder "oben ohne" rausgehen können.

Was mir allerdings auffällt: Mit welcher großen Lust ich Regelbrecher beobachte. Wie aufmerksam ich darauf achte, dass andere die lästige Maske auch korrekt tragen.

Wenn ich die Regeln halte, dann sollen das gefälligst alle tun.

Wenn ich die Regeln halte, dann sollen das gefälligst alle tun.

Riskant, denn wie immer: Wenn ich mit dem Finger auf einen anderen zeige, deuten vier Finger meiner Hand auf mich selbst.

Der Balken in meinem Auge

Jesus hat das schon clever erkannt. Er hatte es oft mit Recht und Gesetz zu tun. Seine Meinung dazu war:

"Du siehst den Splitter im Auge deines Gegenübers. Bemerkst du nicht den Balken in deinem eigenen Auge?"

Jesus hält uns einen Spiegel vor

Mit diesem Spruch hält er uns einen Spiegel vor. In diesem Spiegel erkenne ich, wo ich selbst gerecht bin. Zugegeben, meine Mitmenschen sind ja nicht alles nur Gesetzesbrecher oder gar bösartig. Sondern genau wie ich oft nur nachlässig.

Wo uns ein Spiegel hilft?

Da hilft ein Spiegel: Wie sieht es bei mir aus? Bin ich meinen Mitmenschen ein freundlicher und hilfsbereicher Mensch? Wenn noch nicht, dann kann ich da etwas für tun.

Also raus mit dem Balken in meinem Auge und Schluss mit der Selbstgerechtigkeit!

Die Welt geht nicht unter an einer verschobenen Maske. Gott sei Dank!

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