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Ökumenischer Kirchentag 2021 in Frankfurt
Foto: pixabay / geralt

Ökumenischer Kirchentag 2021 in Frankfurt

Andrea Maschke
Ein Beitrag von

Andrea Maschke,

Pastoralreferentin im Zentrum für christliche Meditation und Spiritualität, Frankfurt
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Ich bin in diesen Tagen in Dortmund, auf dem Evangelischen Kirchentag. Alle zwei Jahre findet so ein Kirchentag statt, immer im Wechsel mit dem Katholikentag. Nächstes Jahr aber ist eine Pause. Da wollen beide großen Kirchen die Zeit nutzen, den gemeinsamen, den Ökumenischen Kirchentag 2021 vorzubereiten – und der findet bei uns in Hessen statt, in Frankfurt und der Region drumherum.

Meine Aufgabe in Dortmund ist es, ein bisschen Werbung für Frankfurt zu machen, für meine Stadt und für den Ökumenischen Kirchentag in zwei Jahren. Von Frankfurt erzählen, vom Leben hier und auch von der religiösen Vielfalt und damit Lust machen, in zwei Jahren zu uns nach Hessen zu kommen.

Ein offizielles Motto, so eine Losung, für den Ökumenischen Kirchentag gibt es noch nicht, und ich habe wohl auch keinen Einfluss darauf, wie sie lauten wird. Aber wenn es nach mir ginge, dann könnte das Motto zum Beispiel heißen: „Einheit und Vielfalt“ oder so ähnlich. Das passt zum Miteinander der großen Kirchen, in denen es auch jede Menge Strömungen und Richtungen gibt.

Und noch besser passt es nach Frankfurt und ins Rhein-Main-Gebiet, in eine Stadt und eine Region, in der Menschen aus über 200 Nationen zusammen leben, Menschen aus wahrscheinlich allen Weltreligionen. Menschen, die schon immer hier zu Hause sind, andere, die sich zumindest zum Leben oder Arbeiten eine Weile hier aufhalten und wieder andere einfach auf der Durchreise. Aber eben auch Menschen mit und ohne Arbeit, mit und ohne sichere Wohnung,  junge und alte, erfolgreiche und weniger erfolgreiche, zuversichtliche und resignierte….

Zum Motto „Einheit und Vielfalt“ gäbe es auch jede Menge Bibelstellen. Die erzählen zum Beispiel von dem einen Geist und den vielen Gaben und Talenten oder auch von den Streitigkeiten zwischen den Gruppierungen und Strömungen in den ersten christlichen Gemeinden. Davon kann man im Buch der Apostelgeschichte lesen. Wie schafften die ersten Christen es damals, in den neuen Gemeinschaften zusammen zu beten und zu feiern, obwohl die einen Juden, die anderen ursprünglich Heiden sind? Wie gingen sie damit um, dass einige in den neuen Gemeinden so richtig wohlhabend waren, andere aber arme Leute und Sklaven? Leicht hatten sie es nicht miteinander in den frühen christlichen Gemeinden!

Und doch haben sie miteinander tragfähige Lösungen gefunden – sonst gäbe es unsere Religion, das Christentum, schon lange nicht mehr. So könnte der Ökumenische Kirchentag 2021 vielleicht auch Impulse geben für heute?  

Vor vielen Jahren, da fand schon mal ein Evangelischer Kirchentag in Frankfurt statt, 2001 war das. Meine Erinnerung daran ist ziemlich verblasst. Aber noch einige Jahre hat mich eine Postkartenreihe begleitet, die damals gedruckt wurde und die lange bei mir im Flur hing. Auf jeder Karte sah man die charakteristische Frankfurter Skyline und darunter war in roter Schrift jeweils der Name einer biblischen Stadt aufgedruckt:  Jerusalem, Babylon, Jericho, Bethlehem, Gomorrha, Nazareth und so weiter. So als wollten die Karten sagen: All diese alten Geschichten, die haben mit dir zu tun und auch mit Frankfurt!

Ich freu mich drauf, dass es 2021 wieder einen Kirchentag in unserer Gegend geben wird, einen ökumenischen sogar – und bin gespannt auf das Motto.

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