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Mut
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Mut

Carmen Jelinek
Ein Beitrag von

Carmen Jelinek,

Evangelische Dekanin, Kirchenkreis Kaufungen
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Mutig sein! Wie geht das?
Der Versicherer Allianz Suisse hat im vergangenen Jahr eine große Werbekampagne gestartet zum Thema Mut.
Mit dem Slogan ‚Mut heißt machen‘ werden die  aktuellen und potentiellen Kundinnen und Kunden eingeladen, mutig zu sein und letztlich mehr von ihrem Leben zu haben. Auf den Werbeflächen werden alle Facetten des Begriffs Mut aufgezeigt.
Dabei geht es uns nicht um Heldenmut, sondern um Mut im Alltag: 
Mut heißt machen. Mut heißt seitwärts einparken. Mut heißt Neues entdecken. Mut heißt Verantwortung übernehmen. Mut heißt Leben wie man will.
Mut bedeutet, dass man sich traut und fähig ist, etwas zu wagen,
keine Angst zu haben,  sich in eine mit Unsicherheiten oder Gefahren verbundene Situation zu begeben. Mutig sich solchen Herausforderungen zu stellen. Die Sehnsucht nach Sicherheit mag stark sein. Das hat sich der Versicherer zu Nutze gemacht.  Die Frage ist nur: Macht eine Versicherung mutiger? Lässt sich Mut durch finanzielle Sicherheit verstärken?
Ich glaube nicht.
Klar gibt es in unserem Leben immer wieder Situationen, wo wir gewohntes Terrain verlassen und uns auf Neues einlassen müssen.
Altes wird zu­rück­ge­las­sen und neue Auf­ga­ben und Her­aus­for­de­run­gen ste­hen bevor. Wie ich dafür Mut finde, macht mir eine Geschichte aus der Bibel deutlich. Dort geht es darum, wie Gott einen Menschen namens Josua durch sein Wort und durch seine Verheißungen ermutigt. Die Geschichte geht so:
Josua* stand vor einer großen Herausforderung. Er, der Nach­fol­ger Moses, soll­te das Volk Is­ra­el in das ver­spro­che­ne Land füh­ren-, in das Land, wo Milch und Honig fließen, nach Ka­na­an. Eine Aufgabe, die für Josua eine riesige Herausforderung bedeutet. Gott hat die Richtung vorgegeben, aber Josua muss auch die Menschen, dazu bringen, ihre ersten Schritte in das neue Land zu setzen. Und unter dem Volk fingen immer welche an zu murren oder gar den Aufstand zu proben. Es ist keineswegs leicht ein großes Volk zusammenzuhalten und es mit einer Vision in Kopf und Herz zu führen.
Schon bei Josua ist es nicht die ei­ge­ne Kraft, nicht die ei­ge­ne Stär­ke, auf die er sich ver­las­sen wird. Er verlässt sich darauf, dass Gott bei ihm ist. Und Gott ermutigt ihn und sagt: „Wie ich mit Mose gewesen bin, so will ich auch mir dir sein. Ich will dich nicht verlassen, noch von deiner Seite weichen. Sei getrost und unverzagt“
Auf diesen Zuspruch möchte ich auch heute vertrauen, denn ich bin davon überzeugt: Es ist nicht unsere Kraft, es ist nicht unsere Schlauheit, es ist nicht unser Selbstbewusstsein, auch nicht eine Versicherung, die uns stark und mutig machen! Es ist das Vertrauen auf Gottes Verheißungen:  der Glaube an sein Wort und der Glaube, dass Gott in jeder Situation mit uns ist und auch zu uns sagt: Sei nur getrost und ganz unverzagt. Ich bin bei dir.

*Josua 1

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