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Konfliktstoff
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Konfliktstoff

Martin Vorländer
Ein Beitrag von

Martin Vorländer,

Evangelischer Pfarrer und Theologischer Redakteur im Medienhaus Frankfurt

Konflikt ist wie Regen. Gibt es zu wenig davon, entsteht Wüste. Gibt es zu viel davon, versinkt alles im Schlamm. Wie kann ich gut streiten, so dass es weder öde wird noch zur Schlammschlacht kommt? Mein Vorbild ist Jesus. Der hat sich viel und gern gestritten. Aber er mochte die Leute nicht, die herumkrakeelen und verbal auf andere losgehen, nur um sich selbst in Szene zu setzen. Jesus konnte es nicht leiden, wenn jemand groß herumtönt, aber sich selber nicht an das hält, was er sagt. Solche Leute nannte Jesus „Schlangen und Otterngezücht“. (Matthäus 23,33)

Das ist für mich eine Testfrage für einen guten Streit: Puste ich mich nur künstlich auf oder geht es mir wirklich um die Sache? Und umgekehrt: Mit manchen Leuten hat es keinen Zweck sich zu streiten. Denn es geht ihnen gar nicht um eine ehrliche Auseinandersetzung.

Noch etwas versuche ich mir von Jesus abzuschauen. Er konnte genial nachfragen. Da will einer ihn herausfordern und dreht gleich das ganz große Rad: „Was muss ich tun, damit ich das ewige Leben bekomme?“ (Lukas 10,25) Ewiges Leben – riesen Thema. Jesus fragt zurück: Was denkst du denn dazu? Nachfragen hilft, damit ich verstehe, worum es dem anderen geht. Die Frage muss natürlich ernst gemeint sein. Ich muss mich wirklich dafür interessieren, was der andere meint und warum. Und ich muss mich selbst in Frage stellen lassen. Das hilft mir, meine Argumente klar zu bekommen. Ich muss deswegen am Ende nicht mit dem anderen einer Meinung sein. Aber im besten Fall verstehe ich ihn besser. Dann ist Streit gut.

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