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Gemeinsame Umkehr

Gemeinsame Umkehr

Beate Hirt
Ein Beitrag von

Beate Hirt,

Senderbeauftragte der katholischen Kirche beim hr, Frankfurt
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Buß- und Bettag ist heute, aber außer den Sachsen müssen wir alle arbeiten, der bundesweite Feiertag ist lange abgeschafft. Ehrlich gesagt: So ganz klar war mir lange Zeit ohnehin nicht, was das für ein Feiertag sein soll. Ein Tag fürs gemeinsame Büßen und Beten? Aber in den letzten Jahren ist mir dieser Tag interessanterweise näher gekommen. Es klingt vielleicht ein bisschen merkwürdig, aber: Das hat mit dem Klimawandel zu tun.

Für mich ist dieser Klimawandel ein riesengroßes Problem der Menschheit heute – und auch eines von Sünde und Schuld. Wir Menschen tragen dazu bei, dass unsere Erde sich immer mehr erhitzt. Im letzten Sommer haben wir das in Deutschland ja zu spüren bekommen. Aber das ist natürlich nichts gegen die Veränderungen in anderen Ländern: Auf den Fidschi-Inseln zum Beispiel mussten schon ganze Dörfer umgesiedelt werden wegen des gestiegenen Meeresspiegels. Und es gibt lebensbedrohlich schlechte Ernten, wegen der extrem langen Dürreperioden. Der Klimawandel: Im Süden unserer Erde leiden die Menschen schon heftig unter ihm. Aber vor allem wir hier in den wohlhabenden Ländern sind es, die ihn vorantreiben mit unserem Lebensstil. Für mich hat das auch etwas von gemeinsamer Schuld, von gemeinschaftlicher Sünde. Und es ist vielleicht keine so schlechte Idee, sich dieser Schuld ab und zu auch mal zu stellen. Über eine gemeinsame Umkehr nachzudenken.

„Ökologische Umkehr“, so hat das ein früherer Papst mal genannt, und Papst Franziskus spricht ja heute ganz oft darüber, dass wir solch eine Umkehr vollziehen müssen: Wir müssen unseren Lebensstil ändern, damit diese Erde überleben kann. Umkehr, Büßen und Beten: Das sind ziemlich altmodische Wörter, aber irgendwie passen sie für mich in der Situation ziemlich gut: Wir müssen alle zusammen einen neuen Weg einschlagen. Wir müssen uns anschauen: Was läuft schief, was müssen wir dringend ändern? Bei der Energiegewinnung, bei unserer Mobilität, bei unserem Essverhalten. Und ich glaube: Wenn dieses Umkehren und Büßen gelingt, dann kann daraus etwas ziemlich Gutes und Modernes werden: ein besseres Leben, ein gesünderes und sichereres Leben, für die Menschen in gefährdeten Regionen wie den Fidschi-Inseln und auch für uns hier.

 

 

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