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Frieden genießen, Frieden stiften!
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Frieden genießen, Frieden stiften!

Beate Hirt
Ein Beitrag von

Beate Hirt,

Senderbeauftragte der katholischen Kirche beim hr, Frankfurt
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Manchmal liege ich morgens im Bett und denke: Wie wunderbar friedlich ist das hier! Ich genieße die Ruhe, ich genieße es, nur ein wenig Straßenverkehr und Vogelgezwitscher zu hören, ich genieße es, gesund und ohne Angst aufzuwachen. Und ich muss an die vielen Menschen denken, denen es anders geht. Die morgens aufwachen und sofort wieder Angst haben: vor Bomben, vor Schüssen, vor Gewalt. Millionen Menschen auf der Welt leben in Kriegen und Bürgerkriegen. Es ist ein Riesenglück, dass wir in Deutschland schon seit über 75 Jahren Frieden haben. Aber selbstverständlich ist es nicht. Ich muss auch daran denken, dass noch meine Eltern in Luftschutzkellern saßen, von Granaten verletzt wurden oder vor der Front geflohen sind.

Wo Frieden und Sicherheit nicht selbstverständlich sind

Ich bin im Frieden aufgewachsen, aber die Geschichten vom Krieg habe ich als Kind noch oft gehört. Und dann sind da natürlich auch die Bilder und Geschichten, die ich fast jeden Tag in den Nachrichten sehe. Bilder aus Syrien, aus dem Jemen, aus Nigeria oder Libyen, aus Mexiko oder Afghanistan. Es gibt Millionen Menschen auf dieser Welt, die heute wach werden und Angst um ihr Leben haben und um das Leben ihrer Lieben. Viele Menschen natürlich auch, die nicht im warmen Bett aufwachen. Fast 80 Millionen Menschen sind weltweit auf der Flucht. Sie liegen morgens auf einer Matte, einem Stück Zeitung oder einfach nur auf der Straße.

Auch ich kann etwas tun für mehr Gerechtigkeit und Frieden

Manchmal mach ich mir das morgens bewusst. Ich bin dankbar dafür, dass ich friedlich aufwachen darf. Und gleichzeitig nehme ich mir vor: Was ich tun kann für mehr Frieden auf dieser Welt, das will ich tun. Heute übrigens ganz besonders, heute ist der Welttag des Friedens, den die Vereinten Nationen ausgerufen haben. Ich bin überzeugt: Es gibt einiges, was ich tun kann für mehr Frieden, nicht nur für den kleinen vor Ort, sondern auch für den großen, weltweit. Ich kann zum Beispiel fair einkaufen, Kaffee, Schokolade, Kleidung. Frieden hat so viel mit Gerechtigkeit zu tun. Menschen in ärmeren Ländern müssen gerechten Lohn bekommen, damit sie sich nicht als Soldaten oder Drogenbauern verdingen müssen. Frieden hat heute auch mit Klimawandel zu tun: Immer mehr Kriege werden um Wasser und fruchtbaren Boden geführt. Deswegen kann ich mich auch für mehr Frieden auf der Welt einsetzen, indem ich das Klima schütze. Weniger Auto fahre, mehr regionale Produkte kaufe.

Frieden stiften für diese Welt, das geht heute auf vielerlei Weise. Ich bete auch für den Frieden. Und dafür, dass immer mehr Menschen morgens friedlich und ohne Angst aufwachen können.

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