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Die Ruhe weg haben
Ryan McGuire/Pixabay

Die Ruhe weg haben

Claudia Sattler
Ein Beitrag von

Claudia Sattler,

Evangelische Pfarrerin, Herborn
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Ich finde es bewundernswert, wenn Menschen immer und überall schlafen können. Mein Onkel ist so ein Mensch. Der legt schon mal in der Mittagspause den Kopf auf den vollen Schreibtisch. Der kann sogar auf den Wartestühlen im Krankenhaus schlafen, wo andere nur hin und her tigern.

Mein Onkel hat die Ruhe weg. Und zwar nicht, weil es ihm egal ist, was um ihn herum passiert, sondern weil er weiß, wann er etwas tun kann und wann nicht.

Jesus hat die Ruhe weg

Vielleicht kann man das ja lernen. Petrus jedenfalls hat es gelernt. Sie wissen schon, der mit Jesus unterwegs war. Eigentlich war Petrus ein Hin- und Her-Tigerer. Wenn Jesus seelenruhig schlief, ist Petrus fast wahnsinnig geworden, wollte was tun und konnte nicht verstehen, dass Jesus die Ruhe weghat.

Vielleicht hat die Seelenruhe von Jesus abgefärbt in all der Zeit, die Petrus mit Jesus unterwegs war. Denn einmal schläft Petrus doch. Gerade läuft eine Verhaftungswelle gegen die Christen. Petrus hat es auch erwischt und jetzt sitzt er im Gefängnis, im Hochsicherheitstrakt, links und rechts eine Wache. Es könnten die letzten Stunden seines Lebens sein, aber er schläft tief und fest.

Petrus hat Vertrauen und schläft...

Wie ist das möglich? Ist er völlig erschöpft oder hat er mit seinem Leben schon abgeschlossen? Ich glaube, er schläft, weil er weiß, dass er im Augenblick nichts ändern kann. Wo andere aus Verzweiflung mit dem Beten anfangen würden, weiß Petrus: Jetzt hilft nur Gottvertrauen. Das lässt ihn ruhig werden – und schlafen.

Und dann: Petrus entkommt. Wie, weiß er selbst nicht. Wie im Traum geht er einer Gestalt hinterher an allen Wachen vorbei. Am Ende ist er irgendwie aus dem Gefängnis herausgekommen und frei. Seine Freunde können es nicht fassen und wundern sich sehr.

Durch Vertrauen auf Gott zur Ruhe kommen

Ich weiß nicht, ob ich das mit dem Schlafen so hinbekomme wie Petrus oder mein Onkel. Aber dieses Vertrauen von Petrus wünsche ich mir: Wo ich nichts tun kann, auf Gott vertrauen und dadurch zur Ruhe kommen.

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