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Der Tod hat nicht das letzte Wort
Bildquelle: Sabine van Erp/Pixabay

Der Tod hat nicht das letzte Wort

Maike Westhelle
Ein Beitrag von

Maike Westhelle,

Evangelische Pfarrerin, Studienleitung am Studienhaus Marburg
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Immer wenn ich die großen Scheiben von Schichtnougat, in einer Konditorei sehe, muss ich an Opa Franz denken. Ich habe ihn leider nicht persönlich gekannt, aber so viel von ihm gehört: Opa Franz war ein Genussmensch. Er roch nach Pfeifentabak und sonntags schnitt er sich nach dem Abendessen noch ein Stückchen von der Nougatscheibe ab. Das hatte er sich verdient! Am liebsten erinnere ich mich daran, dass er so schön singen konnte. Egal, wo er war, so erzählte Oma, wenn ihm ein Lied in den Sinn kam, sang er drauflos. Vor allem Volkslieder. Jetzt im Frühling zum Beispiel – „im Märzen der Bauer die Rösslein anspannt“.

Als Kind habe ich ihn gern mit meiner Oma auf dem Friedhof besucht. Ich mochte es, wenn wir ihm frische Blumen brachten und das Grab danach so schön bunt aussah.

Opa Franz ist gestorben, als meine Mutter 11 Jahre alt war. Ich hätte ihn gern kennengelernt. Aber zugleich kommt es mir so vor, als würde ich ihn kennen. Wie oft hat Oma auf dem Weg zum Friedhof gesungen oder gesagt: – „das würde Franz jetzt auch machen!“ Wie viele Geschichten haben mir meine Mutter und die Onkel von ihm erzählt. Wie oft hat meine Mutter geschnuppert und den Geruch der Pfeife kommentiert: Hier riecht es nach Franz!

Opa Franz lebt weiter in den Geschichten, die von ihm erzählt werden. Aber nicht nur dort. Ostern feiern wir, dass das Leben auch nach dem Tod weitergeht – bei Gott.

Als meine Oma sich so langsam aus ihrem Leben verabschiedete, war sie manchmal richtig fröhlich. Weil sie nach dem Tod wieder bei Franz sein würde. Darauf hoffen wir Christinnen und Christen. Auf ein Wiedersehen mit unseren Lieben. Jesus hat das auch zu seinen Jüngern gesagt: „Ihr seid jetzt traurig. Doch ich werde euch wiedersehen. Dann wird euer Herz voll Freude sein und diese Freude kann euch niemand mehr nehmen.“

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