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Bekommen und schenken
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Bekommen und schenken

Thomas Drumm
Ein Beitrag von

Thomas Drumm,

Evangelischer Pfarrer, Leiter der Akademiker-SMD, Marburg
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Die kleine Paula ist ganz aufgeregt. Sie braucht noch ein Geschenk. Für ihre Mama. In diesem Jahr soll es etwas Besonderes sein. Kein selbstgemaltes Bild und auch kein gebastelter Stern. Das sind Baby-Geschenke, findet Paula. Das hat sie früher gemacht. Jetzt ist sie groß. Seit Sommer ein Schulkind.

Ein richtiges Weihnachtsgeschenk

Dieses Weihnachten will Paula ihrer Mutter etwas Gekauftes schenken. Aus einem richtigen Geschäft. So wie die Erwachsenen es machen. Sie hält einen Zehn-Euro-Schein fest in ihrer Hand. Und die Hand steckt genauso fest in der Tasche ihrer Winterjacke. Zehn Euro! Was für ein Schatz. Den Schein hat der Vater ihr gegeben, damit sie das Geschenk kaufen kann. Paula bekommt noch kein Taschengeld.

Paula ist glücklich, sie hat das richtige Geschenk gefunden

So geht sie shoppen. Kaufhäuser haben geschlossen. Also geht sie in eine Drogerie. Lange steht sie vor den Regalen und überlegt. Am besten gefällt Paula die bunte Kerze in den Regenbogenfarben. Das Geld reicht genau dafür. Paula ist glücklich. Und auch die Mama wird sich freuen, denkt sie. Ganz bestimmt. Da bin ich mir sicher.

Paula teilt, was ihr geschenkt wurde

Mir ist Paula ein Vorbild. Sie will nicht nur beschenkt werden. Sie will auch selbst etwas verschenken. Was sie bekommen hat – die zehn Euro von ihrem Vater –, gibt sie großzügig aus. Hält nicht fest, was sie so fest in Händen hält, sondern teilt, was ihr geschenkt wurde.

"Ich kann auch nur weitergeben, was ich vorher geschenkt bekommen habe"

Im Grunde bin ich in der gleichen Situation wie Paula. Ich kann auch nur weitergeben, was ich vorher geschenkt bekommen habe. Und selbst das, was ich mir verdient und erspart habe, verdanke ich dem, was mir geschenkt ist, meiner Lebenskraft, meiner Gesundheit. Verdanke ich Gott, der mir täglich gibt, was ich zum Leben brauche.

Geschenktes verschenken – im Grunde funktioniert so das Leben und macht es reich. Ich habe, damit ich gebe. Nicht nur an Weihnachten.


Nach einer Idee von Jürgen Werth

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