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Kopernikanische Wende
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Kopernikanische Wende

Thomas Drumm
Ein Beitrag von Thomas Drumm, Evangelischer Pfarrer, Leiter der Akademiker-SMD, Marburg
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Die Erde ist der Mittelpunkt des Weltalls. Um sie dreht sich alles: Die Sonne und die Sterne. So dachte man vor 500 Jahren.

Nikolaus KopernikusBeochachtete: Die Erde ist nicht der Mittelpunkt des Weltalls

Doch dann stellte ein Mann alles auf den Kopf: Nikolaus Kopernikus. Begeistert beobachtete er den Himmel und beschrieb den Lauf der Gestirne. Dabei kam er zu dem Schluss: Es muss anders sein. Nicht die Sonne kreist um die Erde, sondern die Erde dreht sich um die Sonne. Wir sind gar nicht das Zentrum des Universums.

Ein radikales Umdenken beginnt

Diese neue Einsicht führte zu einem radikalen Umdenken: im Leben und in den Wissenschaften. Seitdem nennt man Erkenntnisse, die Gewissheiten in Frage stellen, eine »kopernikanische Wende«. Sie eröffnen eine neue Sicht auf die Welt.

Für Kopernikus zählten nur die Fakten

Die Wende kam, weil einer genau hingeschaut hat. Weil sich Kopernikus nicht hat beeinflussen lassen von gängigen Meinungen, Stimmungen oder Ängsten. Für ihn zählten die Fakten. So hat er die Welt mit anderen Augen gesehen.

Sich von Fakten überzeugen lassen und seine Meinung ändern, dazu gehört eine große Portion Mut – auch für Kopernikus. Er musste viel Überzeugungsarbeit leisten, wurde wegen seiner neuen Sicht auf die Welt angefeindet – auch von der Kirche. Doch er ließ sich beirren. Auch sein Glaube an Gott hat ihm die Kraft dafür gegeben.

Hoffen auf die "kopernikanische Wende" bei aufgeheizter Stimmung

Das beeindruckt mich und fordert mich heraus. Auch ich möchte mich nicht von Stimmungen und Ängsten leiten lassen, wenn in unserem Land Themen und Probleme diskutiert werden. Ich will genau hinschauen und mich an Fakten orientieren. Ich hoffe: Gerade wenn die Stimmung aufgeheizt ist, hilft so eine »kopernikanische Wende«.

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