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Verlieren will gelernt sein
Bild: Fathromi Ramdlon/Pixabay

Verlieren will gelernt sein

Christoph Hartmann
Ein Beitrag von Christoph Hartmann, Lehrer und Referent für katholische Schulpastoral
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In diesen Tagen finden an vielen Schulen die Bundesjugendspiele statt. Einmal im Jahr geht es dann mit der ganzen Schulgemeinschaft auf den Sportplatz oder in ein Stadion. So auch an meiner Schule! Dort laufen, rennen und werfen die Kinder und haben nur ein Ziel: mindestens eine Sieger- oder noch besser eine Ehrenurkunde zu ergattern.

Ich bin Fan von diesen Spielen. Warum? Weil sie einen ganz anderen Fokus zulassen und Leistungen abrufen, die im Schulalltag oft keine Rolle spielen. Das ist eine gute Gelegenheit gerade für Schülerinnen und Schüler, die sich mit Mathe, Deutsch oder auch Englisch schwertun. Und auf diese Art und Weise können sie eben Erfolge erzielen.

Der Umgang mit Erfolg und Niederlage ist aber auch eine Wahrheit der Bundesjugendspiele: Denn Siegen und Verlieren will gelernt sein. Für mich braucht es dazu zwei Eigenschaften: Demut und Respekt. Was gar nicht geht: sich über Verlierer lustig zu machen oder auf sie herabzuschauen. Ebenso ist es völlig unangebracht, die Leistung der Gewinner herabzusetzen.

Der Umgang mit Verlieren und Gewinnen ist für mich eine Schlüsselqualifikation. Diese brauchen nicht nur Schülerinnen und Schüler, sondern auch die Fußballer in den kommenden vier Wochen bei der Europameisterschaft.

Überlegen gewonnen oder haushoch verloren: Fair Play zählt

Während des Turniers wird es gute und schlechte Spiele geben. Und die meisten Spiele werden einen Gewinner oder einen Verlierer haben. Damit gilt es gut umzugehen!

Wie das geht, lernen schon die Kleinen! In der Fußballmannschaft meiner beiden Jungs erlebe ich das Woche für Woche. Ganz egal ob siegreich, unentschieden oder verloren, enden die Spiele damit, dass sich beide Mannschaften abklatschen. Das ist eine schöne Geste, die mir zeigt, dass neben dem Sport der gegenseitige Respekt und das Fair Play im Mittelpunkt stehen. Eine Niederlage oder ein Sieg stehen eben nie über dem Respekt, den ich den Mitspielern schuldig bin.

Diese Einsicht ist sicherlich nicht neu! Denn bereits Jesus bringt diesen Verhaltenskodex auf den Punkt: Was du von anderen erwartest, das tu auch ihnen. Es ist nicht mehr, aber auch nicht weniger und gilt für die Bundesjugendspiele, genauso wie für die Fußballer bei der EM und natürlich für uns alle!

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