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Der biblische Glücksratgeber
Bild: Katja Otto/Pixabay

Der biblische Glücksratgeber

Christoph Hartmann
Ein Beitrag von Christoph Hartmann, Lehrer und Referent für katholische Schulpastoral
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Haben Sie schon den neuen Weltglücksbericht wahrgenommen? Mit Blick auf diese aktuelle Veröffentlichung fällt mir auf, dass Glück und „glücklich sein" gar nicht so leicht zu erreichen sind. Mit 7,7 von 10 möglichen Punkten ist Finnland erneut auf dem ersten Platz des Glücksindex. Im Vergleich dazu liegt Deutschland mit 6,7 auf Platz 24. Die Analystin Catarina Lachmund vom Institut für Glücksforschung in Dänemark sagt, dass Glücklichsein als Zufriedenheit definiert werden könne.

Warum es in Finnland so glücklich hergeht, führt sie auf eine Volksweisheit zurück. Diese besagt: Man muss nicht neidisch sein. Denn auch wenn ein anderer etwas Besonderes hat oder kann: Mir fehlt trotzdem nichts, er hat es mir schließlich nicht weggenommen.

Neben vielen Glücksratgebern hat auch das Christentum einen diesbezüglichen Ratgeber anzubieten. Dieser Ratgeber findet sich im 5. Kapitel des Matthäusevangeliums - es ist die Bergpredigt. Jesus beginnt seine Rede mit den acht Seligpreisungen. Selig bedeutet übersetzt so viel wie glücklich sein. Es ist ein von Gott geschenkter Zustand der Freude ohne Ende! Wow! Wie kann ich dieses Glück bekommen?

In seiner Rede formuliert Jesus Verheißungen. Glückselig die arm sind vor Gott, denn ihnen gehört das Himmelreich. Glückselig die Trauernden, denn sie werden getröstet werden. Oder: Glückselig die Frieden stiften, denn sie werden Kinder Gottes genanntwerden.

Glück finden ist nichts für Feiglinge

Diese kleine Auswahl macht deutlich, dass ein Glücksratgeber nichts für schwache Nerven ist! Jesus sagt denen Glück zu, die sich nicht zu wichtig nehmen und von sich wissen, dass sie nicht das Maß aller Dinge sind. Er ist gerade auf der Seite der Trauernden, die Leid erfahren oder Verlusterfahrungen durchleben müssen. Jesus nennt diejenigen glückselig, die Frieden stiften. Und das scheint nicht gerade das populärste Thema dieser Tage zu sein.

In der Zahlensymbolik steht die Zahl 8 für den glücklichen Neuanfang. Mit dem achten Tag beginnt eine neue Woche - eine neue Zeit. Damit diese neue Zeit anbrechen kann, sind wir eingeladen, uns in die finnische Zufriedenheit einzuüben und unser Leben an den Seligpreisungen immer wieder neu auszurichten.

Es lohnt sich, denn die Verheißung macht Mut: Ein von Gott geschenkter Zustand der Freude, der nicht endet!

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