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Von der Sorge zur Hoffnung
Bild: Pixabay / Gundula Vogel

Von der Sorge zur Hoffnung

Michael Becker
Ein Beitrag von Michael Becker, Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Jeder Tag hat seine eigene Plage. So schreibt es Helga Schubert in ihrem Buch „Der heutige Tag“. Das Buch ist vor kurzem erschienen. Und sehr berührend. Frau Schubert ist fast fünfzig Jahre verheiratet. Jetzt ist ihr Mann sehr krank. Und leidet auch an Demenz. Da hat jeder Tag seine Sorgen. Sie hat Hilfe vom Pflegedienst. Manchmal ist sie aber auch alleine mit ihrem Mann. Dann gibt es schwere Stunden; oder heitere Gespräche. Am schönsten ist es, schreibt Frau Schubert, wenn sie morgens und abends in sein Zimmer geht und seine Hand fühlt; sie streichelt oder küsst.

Jeder Tag hat seine eigene Not und Sorge. Aber immer auch die Hoffnung auf morgen. Da könnte es ja etwas besser sein mit ihrem Mann. Mehr Klarheit, weniger Schmerzen. So geht das Leben von Tag zu Tag. Von Sorge zu Hoffnung.

Wir wissen nicht, wie es mit uns werden wird im Alter. Viele machen sich Gedanken darüber, zu Recht. Und hoffen auf Hilfe in der Not. Hilfe von Verwandten, Freunden, den Pflegediensten. Also Menschen, die wissen, was sie tun. Aber manchmal bedeutet Trost auch: gar nichts tun. Einfach nur Beistehen. Hören, zusammen lachen oder weinen. Und gemeinsam an die Hoffnung denken: Heute ist Not - morgen aber könnte es mal leicht sein; vielleicht sogar heiter. Heute ist Sorge. Aber morgen ist wieder mehr Zuversicht. Darauf, dass auch der himmlische Vater für uns sorgt - wie für die Lilien auf dem Feld.
 

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