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Herbststimmung
Bild: Peter_H_pixabay

Herbststimmung

Pia Arnold-Rammé
Ein Beitrag von Pia Arnold-Rammé, katholische Pastoralreferentin im Ruhestand, Frankfurt
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„Die Blätter fallen“ – so beginnt ein Gedicht von Rilke über den Herbst. Und so melancholisch geht es weiter: „Und in den Nächten fällt die schwere Erde aus allen Sternen in die Einsamkeit.“ Spätestens bei dieser Zeile wird es auch mir ganz schwer ums Herz. Nicht nur Rilke, viele Dichter haben über den Herbst geschrieben, und die meisten verbreiten eine ähnliche Stimmung. Alles geht zu Ende, die Früchte sind abgeerntet, die Blätter fallen von den Bäumen, der Winter rückt unaufhaltsam näher.

Dunkle, wolkenverhangene Herbsttage deprimieren mich

Noch ist September. Aber die Tage werden schon merklich kürzer. Und die ersten Blätter fallen von den Bäumen. Und ich genieße aktuell jeden Sonnenstrahl und jede Gelegenheit, noch mal im Freien zu sitzen. Bald ist es endgültig vorbei mit dem Sommer und sogar mit dem Herbst. Und wenn es dann auch noch den ganzen Tag regnet! Wenn ich den ganzen Tag das Licht anschalten muss und die Sonne es noch nicht mal für ein paar Minuten durch die Wolkendecke schafft. Das deprimiert mich.

Die fallenden Blätter erinnern an die eigene Vergänglichkeit

Diese Veränderungen in der Natur stimmen mich wohl auch deshalb traurig, weil sie mich an die eigene Vergänglichkeit erinnern. „Wir alle fallen“ heißt es in dem Gedicht von Rilke über den Herbst. Nicht nur die Blätter sterben an den Bäumen, auch wir alle sind sterblich.

Und doch ist einer, welcher dieses Fallen sanft in seinen Händen hält

Am Ende seines Gedichtes schenkt Rilke mir aber auch einen Hoffnungsblick: „Und doch ist einer, welcher dieses Fallen unendlich sanft in seinen Händen hält.“ Das finde ich sehr tröstlich. So wie ich auch die Natur insgesamt sehr tröstlich finde. Auch an einem grauen Herbsttag weiß ich: Irgendwann wird es Frühjahr. Die Blätter kommen wieder, neues Grün bricht hervor. Das gibt Hoffnung, die dunkle Zeit zu überstehen. Und vielleicht ist das ja nicht nur in der Natur so. Auch im Leben kann es helfen, in schweren Zeiten den Blick für das Neue, das Hoffnungsvolle nicht zu verlieren. Auch wenn das manchmal schwer fällt.

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