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Wo Mitgefühl ist, ist Gott
Bild: Pixabay/neelam279

Wo Mitgefühl ist, ist Gott

Michael Becker
Ein Beitrag von Michael Becker, Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Heute möchte ich Sie alle loben; loben für einen wunderbaren Rekord. Bis Ende April sind über 750 Millionen Euro gespendet worden für Menschen aus der Ukraine. Das ist die höchste Summe, die jemals in Deutschland in so kurzer Zeit gespendet worden ist (Spiegel.de). Dafür bin ich Ihnen allen sehr dankbar.

Das Geld tut gute Dienste. Es wird Kinder erreichen, die Spielzeug bekommen oder Schulsachen; es hilft bei Fahrten zu Verwandten, die weit weg wohnen; mit dem Geld können Wohnungen eingerichtet und Kleider gekauft werden. Es hilft also großen und kleinen Menschen, die wirklich über Nacht alles verloren haben.

Aber noch viel mehr als das Geld zählt ja das große Herz, das sich hier zeigt. Mitten im Schmerz und in der großen Verzweiflung, dass dieser Krieg von Russland überhaupt begonnen wurde, leuchtet etwas auf, was wir Mitgefühl nennen.

Oder, wie es die Bibel sagt (Jesaja 58,7-9): Entzieh dich nicht deinem Fleisch und Blut. Schau nicht weg, wenn Not ist; denke nicht, das gehe dich nichts an. Auch wenn Mitgefühl nicht immer leicht ist und oft auch an der eigenen Seele nagt, gibt es doch ein großes Versprechen: Wo Mitgefühl ist, ist Gott. Das große Geheimnis, das Gott uns oft ist, lüftet sich ein wenig, wo ein Herz nicht nur für sich selber schlägt - und eine Hand die andere festhält. Mitgefühl besteht selten aus Worten, aber immer aus Herz. Wo mein Herz auch für andere schlägt, da leuchtet Gott.

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