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Warum Selma heute ihre Hände faltet
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Warum Selma heute ihre Hände faltet

Michael Becker
Ein Beitrag von Michael Becker, Evangelischer Pfarrer, Kassel
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Heute geht sie zur Kirche. Selma geht nicht oft zur Kirche, heute schon. Es ist Tag der Arbeit; und Selma hat Arbeit. Genauer gesagt: Selma hält sich mit Arbeit über Wasser. Sie muss sehen, wo sie bleibt mit ihren Kindern, alleinerziehend. Rosig ist da wenig - außer, dass sie überhaupt Arbeit hat. Andere haben das nicht. Darum geht sie heute zur Kirche.

Die Gemeinde kümmert sich

Im Gottesdienst wirken Freunde von ihr mit. Ihre Freundin predigt. Die macht das kurz und deutlich, denkt Selma. Und will hören, singen und beten. Beten für die, die noch weniger haben als sie. Oder keine Arbeit haben. Die liegen ihr am Herzen; und der Kirche auch. Das weiß Selma. Sie sagt nur Gutes, wenn sie von ihrer Gemeinde spricht. Die hat sie oft unterstützt. Nicht nur mit Geld. Vor allem mit Freundschaften. Und Geschenken; was man so braucht: Möbel, Stoffe oder Einkäufe. Selma lässt auf die Gemeinde nichts kommen. Die reden nicht nur über Gott, sagt sie, die kümmern sich auch um Menschen wie sie.

Beten, dass niemand ohne Hilfe bleibt

Ja, alles in allem ist Selma glücklich, sagt sie. Sie hat nicht viel, aber meistens genug. Das liegt auch an der Kirchengemeinde. Die lassen sie nicht im Stich. Darum geht Selma heute zum Gottesdienst. Trifft die anderen, singt und faltet ihre Hände. Lass niemanden ohne Hilfe, bittet sie Gott dann; und zeige uns Menschen, die uns brauchen. Das Beten liegt ihr am Herzen. Und das gemeinsame Essen danach auch; mit der ganzen Gemeinde.

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