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Lichtblicke in der Finsternis
Bild: Pixabay/Rondell Melling

Lichtblicke in der Finsternis

Michael Becker
Ein Beitrag von Michael Becker, Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Es gibt Lichtblicke. Auch in großer Finsternis. In Ahrweiler, wo voriges Jahr die verheerende Flut war, gewinnen ein paar Menschen im Lotto - 1,4 Millionen Euro (n-tv.de). Das hilft ein wenig gegen die Verluste. Im Dorf nebenan findet ein Polizist zwei Eheringe im Schlamm (Spiegel.de). Er lässt nach den Besitzern suchen. Das Paar, dem sie gehörten, lebt aber nicht mehr. Die Ringe hatten sie ihren Kindern vermacht. Die strahlen jetzt vor Glück und sagen: Wir haben unsere Erinnerung wieder. So viel ist verschüttet und verloren gegangen in der Flut. Aber die Ringe leuchten; wie Sterne im Finstern.

Lichtblicke gibt es immer. Man muss sie nur sehen. Oder anderen geben wollen. Man darf sich nie dem Schmerz oder der Finsternis überlassen. Ich weiß, das sagt sich leicht. Ich bin nicht betroffen. Aber es bleibt doch richtig. Man sollte nicht nur dasitzen und seinen Kummer beklagen; man sollte alle Sinne offenhalten und schauen, wo Licht ist.

Wer liebt, gibt Licht. Da sind einige oder viele, die ihre Nachbarinnen oder Freunde nie im Stich lassen. Anruf genügt, sie sind da. Mit ihrer Kraft und Heiterkeit. Darauf dürfen wir vertrauen, wenn es uns schlecht geht. Gott findet Menschen, die Licht bringen. Auch Ihnen und mir. Es gibt keine Finsternis, die Gott nicht heller machen kann. Und morgen, Lichtmess, ist so ein Tag des Lichts. Da danke ich allen, die wie warme Sonne in mein Leben scheinen. Denn wer liebt, gibt Licht.

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