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Fußball-EM der Frauen

Fußball-EM der Frauen

Dr. Fabian Vogt
Ein Beitrag von Dr. Fabian Vogt, Evangelischer Pfarrer in der Öffentlichkeitsarbeit, Darmstadt
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Moderator/in: Morgen beginnt sie: die Fußball-EM der Frauen. In England. Und wir Hessen und Hessinnen sind voll mit dabei, denn es sind allein fünf Spielerinnen von Eintracht Frankfurt im Kader.

Im Vorfeld wurde übrigens eifrig diskutiert, ob die Veranstalter nicht zu kleingläubig waren, weil einige der ausgewählten Stadien nicht mehr als 10.000 Fans fassen. Anscheinend glauben einige: Es interessieren sich nicht so viele Leute für Frauen-Fußball.

Fabian Vogt von der Evangelischen Kirche: Mit Glauben kennst du dich ja aus. Hätten die Veranstalter ihrer eigenen EM mehr zutrauen sollen?

Gute Frage. Erst mal: Das Eröffnungsspiel morgen – England gegen Österreich – ist ausverkauft. Super. Wobei man nicht vergessen darf: Die erste Frauen-Fußball-EM fand überhaupt erst 1984 statt. Das ist also ein verhältnismäßig junger Wettbewerb. Und leider gibt es in manchen männlichen Köpfen immer noch die Vorstellung, dass Frauenfußball weniger cool wäre als Männerfußball.

Insofern ist die entscheidende Glaubensfrage in diesem Fall: Glauben wir, dass sich mehr Menschen für Frauenfußball begeistern lassen?

Und: Hättest du als Pfarrer einen Tipp?

Na, manchmal lohnt sich ja ein Blick in die Kirchengeschichte. In den ersten Jahrzehnten hat das Christentum vor allem Frauen angesprochen. Weil sie in den Gemeinden viel ernster genommen wurden als im Rest der Gesellschaft.

Und diese Frauen, die haben dann ihre Männer in die Gemeinden mitgebracht: „Das musst du dir unbedingt anschauen!“

Stell dir vor: Alle Frauen laden dieses Jahr zur Frauen-EM ihre Männer ein, mal mindestens ein Spiel mit ihnen zu gucken. Ich könnte mir vorstellen, dass sich dann was ändert.

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