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Wäldchestag
Pixabay/Karsten Bergmann

Wäldchestag

Dr. Fabian Vogt
Ein Beitrag von Dr. Fabian Vogt, Evangelischer Pfarrer in der Öffentlichkeitsarbeit, Darmstadt
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Moderator/in:Heute ist ja endlich wieder Wäldchestag, das große Frankfurter Volksfest, das die Einheimischen so gerne als ihren „Nationalfeiertag“ bezeichnen. Mitten am Frankfurter Stadtwald tobt heute am Oberforsthaus der Bär – und wer nach zwei Jahren Corona-Pause mal wieder Lust auf Feiern hat, der ist natürlich dabei.

Fabian Vogt von der Evangelischen Kirche: Du bist doch ein großer Geschichtsfan. Weiß man eigentlich, woher der Wäldchestag kommt?

Das Verrückte ist: Es gibt drei starke Theorien – die möglicherweise alle stimmen. Erstens haben schon im Mittelalter einige Zünfte direkt nach Pfingsten ihre Zunftfeste gefeiert, zweitens wurde damals nach Pfingsten das Vieh auf die Weiden getrieben, was man auch ordentlich gefeiert hat – und drittens durften nach Pfingsten alle Frankfurter in den Stadtwald ziehen, um dort Feuerholz zu sammeln.

Also: Gleich drei gute Gründe, um Menschen zu treffen, was zu essen mitzubringen und gemeinsam ein Riesenfest zu feiern.

Stellt sich nur die Frage: Warum gerade nach Pfingsten?

Ach, das ist gar nicht verwunderlich. Pfingsten ist schließlich das Fest, an dem die Jünger Jesu neue Kraft bekommen, nach draußen stürmen und möglichst vielen Leuten von dem erzählen wollen, was sie Großartiges erlebt haben.

Das heißt: Pfingstsonntag haben die Leute diese Geschichte im Gottesdienst gehört, Montag war noch Feiertag – und Dienstag haben sie’s den Jüngern dann einfach nachgemacht: Raus und los. Dadurch bekam das Feiern im Wald quasi einen heiligen Anstrich: Als Christinnen und Christen sind wir begeistert und feiern das Leben. Ich sag mal so: Besser kann man eine Party kaum begründen.

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