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Konsequent sein
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Konsequent sein

Christoph Hartmann
Ein Beitrag von Christoph Hartmann, Lehrer und Referent für Schulpastoral
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Sind Sie konsequent? Für mich und sicherlich für viele Eltern ist das die Herausforderung schlecht hin. Konsequent bleiben! Sei es in der Kindererziehung oder bei den zahlreichen Zielen, die sich der ein oder andere gesteckt hat. Manchmal klingt es mir noch im Ohr, der gut gemeinte Ratschlag: "Ihr müsst nur konsequent bleiben!" Wenn das nur so einfach wäre! Zeigt doch der Alltag, wie schwierig das sein kann. Und zum Beispiel eine angekündigte Handy-Auszeit schnell zur Beweisprobe meiner Konsequenz werden lässt.

So wichtig es sicherlich ist, konsequent zu bleiben, so zeigt doch das wahre Leben - in Familie, Schule und Beruf -, dass es an manchen Punkten durchaus ratsam ist, von der konsequenten Verfolgung mancher gesteckten Ziele abzusehen. Nämlich dann, wenn eine Situation zu eskalieren droht oder es womöglich schlimmer werden könnte als das, was ich mit einem verhängten Erziehungsverbot erreichen wollte.

Konsequent – im richtigen Moment

Das Motiv hinter meiner konsequenten Handlung macht wohl den Unterschied. Habe ich das Wohl des anderen im Blick oder treibt mich da eher das Prinzip, konsequent zu sein - koste es, was es wolle?

Als Negativbeispiel sei hier Captain Ahab aus dem Klassiker Mobi Dick genannt. Heute vor 66 Jahren feierte der Film von Regisseur John Huston seine Kinopremiere. Captain Ahap ist sehr konsequent in der Verfolgung seines Ziels, den weißen Wal zu fangen. Ist es doch genau dieser Wal, der ihm zuvor schon sein Bein abgerissen hat. Sein blanker Hass ist es, der ihn und sein Schiff in den Abgrund reißt. Nur einer seiner Mannschaft überlebt! Diese durchaus konsequente Jagd auf den weißen Pottwal Mobi Dick hat fatale Konsequenzen. Ahap hat eben nicht gemerkt, wann es gut ist.

Barmherzigkeit als Maßeinheit

Vor einigen Jahren hat ein Freund mal gesagt: Überall dort, wo ein "zu" davorsteht, ist es nicht gut. Zu viel Ehrgeiz wie bei Captain Ahap, ist nicht gut. Zu streng sein in der Erziehung ist nicht gut. Auf der anderen Seite zu wenig Ehrgeiz, zu locker in der Erziehung ist auch nicht gut. Die Aufgabe besteht also darin, das rechte Maß zu finden! Für mich ist dabei ein guter Indikator Barmherzigkeit. Barmherzigkeit bedeutet so viel wie: "beim Herzen des anderen zu sein". Das immer mehr einzuüben - in Familie, Schule und Beruf - ist es, was auch Jesus von mir will. Und dabei darf ich konsequent bleiben.

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