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Noch drei Tage bis Weihnachten

Noch drei Tage bis Weihnachten

Dr. Joachim Schmidt
Ein Beitrag von Dr. Joachim Schmidt, Evangelischer Pfarrer, Darmstadt

Nur noch drei Tage bis Weihnachten. An Einstimmung auf den Weihnachtsmärkten und in den Schaufenstern hat es wahrlich auch dieses Jahr nicht gefehlt, mit Lichtern und Lebkuchen, mit Sonderangeboten und Schlemmereien. Bald kommt also endlich am 24. Dezember der Tag der Tage – und dann ist plötzlich der ganze Rummel vorbei. Am Mittag werden sich die Fußgängerzonen leeren, die letzten Geschäfte werden schließen, und mancherorts wird die Müllabfuhr schon die nicht verkauften Weihnachtsbäume aufladen.

Und auch wenn im Familienkreis die hausgemachte Hektik bis zum Abend noch weiter gehen mag, auf den Straßen und Plätzen ist dann für zwei Tage Ruhe. Und das ist gut so. Denn eigentlich ist das christliche Weihnachten kein lautes, sondern ein stilles, ein nachdenkliches Fest, das mit dem ganzen Rummel vorher wenig zu tun hat. Die Hirten auf dem Feld sahen keinen Rauschgoldengel, der Josef dröhnte sich nicht mit Jingle Bells zu, und für die hochschwangere Maria gab es mit Sicherheit keinen Glühwein.

Weihnachten ist das Fest der stillen Hoffnung, dass Gott zu den Menschen kommt. Und diese Hoffnung ist nicht so einfach auf Knopfdruck herzustellen, wie man seit Wochen die Lichterketten oder die Weihnachtsbeschallung anknipst. Unsere Vorväter wussten noch, dass diese Hoffnung im Advent eigentlich langsam wachsen muss. Denn das Ganze ist doch eigentlich unglaublich.

Mag der Vorweihnachtsbetrieb auch noch zweieinhalb Tage auf vollen Touren laufen: Der große Menschheitstraum von der Ankunft Gottes unter uns Menschen erfüllt sich nicht unter Goldgirlanden. Das wirkliche Weihnachten kommt ganz leise. In der Heiligen Nacht, wenn alle Geschäfte geschlossen haben, wird es ganz still sein. Und für einen Moment vielleicht sogar etwas wie Frieden.

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