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Statt Böses zu vergelten – auf Gutes bedacht sein!
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Statt Böses zu vergelten – auf Gutes bedacht sein!

Ein Beitrag von Helwig Wegner-Nord, Evangelischer Pfarrer, Frankfurt

„Wie du mir - so ich dir!“ Nach dem Motto richten sich schon kleine Kinder, bevor sie in die Schule gehen. Nimmst du mir was weg, nehm ich dir auch was weg! Tust du mir weh, tue ich dir weh. Was in den Kinderzimmern anfängt, geht auf den Schulhöfen weiter und wird oft fürs ganze Leben eingeübt: Bloß nichts gefallen lassen! Mit gleicher Münze heimzahlen! Auf seinem Recht beharren! Zum Beispiel gegenüber den Nachbarn. Zu laute Musik, Grilldunst, überhängende Äste – was da zu Streit und Zank führen kann und oft genug vor Gericht landet, hat meistens einen ganz kleinen Anfang.

Eigentlich wissen wir schon, wo wir damit landen, mit diesem Grundsatz „bloß nichts gefallen lassen“, mit diesem falsch verstandenen, biblischen Prinzip „Auge um Auge, Zahn um Zahn!“1 Wir bewegen uns damit immer weiter in einer Spirale der Vergeltung - anstatt sie zu beenden.

Vielleicht gibt es doch noch etwas anderes? „Vergeltet niemand Böses mit Bösem, seid allen gegenüber auf Gutes bedacht!“ 2- so hat der Apostel Paulus diesen Weg raus aus der Vergeltungsspirale beschrieben. Natürlich hat er damit nicht die Gewalt aus der Welt geschafft und nicht das Leid, das einem von anderen zugefügt werden kann. Aber: wer sich auf seinen Weg einlässt, der wird die Erfahrung machen, dass ein wenig mehr Frieden zwischen den Menschen möglich ist als vorher.

Und vielleicht hilft uns auf diesem Weg auch die Einsicht von Martin Luther King. Dieser große Mann der nordamerikanischen Bürgerrechtsbewegung  hat gesagt: „Der alte Grundsatz ‘Auge um Auge’ macht schließlich alle blind.“

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