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Doris
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Doris

Ein Beitrag von Sandra Matz, Pfarrerin, Evangelisches Gemeindenetz an der Nördlichen Bergstraße, Alsbach

Doris ist Anfang 60 und seit letztem Jahr in Rente. Vor kurzem machte sie sich auf den Weg zum Einkaufen. Als sie die Wohnung verließ, baumelte da eine Geschenktüte an ihrem Türknauf. Drinnen war ein Päckchen Pralinen und eine Karte auf der in großen bunten Buchstaben: Danke! gedruckt war.

Auf der Rückseite erkannte sie die schwungvolle Handschrift einer Bekannten: „Liebe Doris, vielen Dank für alles, was Du für mich getan hast. Deine Erika.“ „Komisch...!“ dachte sich Doris:. „was kann Erika denn meinen?“ Sie überlegte, aber ihr fiel beim besten Willen nicht ein, was sie für Erika getan haben könnte.

War sie für sie einkaufen gewesen? Nein. Hat sie vielleicht die Blumen gegossen als sie im Urlaub war? Auch nicht. Irgendwann kam Doris zu dem Ergebnis, dass sich Erika vertan haben musste. Eine Verwechslung - so was kann ja mal passieren, wenn man in Gedanken ist. Sie griff zum Telefonhörer.

Zu ihrer Verwunderung sagte Erika allerdings: „Doch, Doris! Natürlich sind die für dich! Ich wollte mich bedanken, dass Du mir neulich so gut zugehört hast beim Kaffeetrinken. Du hast Dir Zeit für mich genommen und warst einfach für mich da. Danke dafür!“ Doris ist es ganz warm geworden ums Herz. Und ich denke: Manchmal wirkt Gott auch durch Menschen. Sogar wenn wir es selbst gar nicht merken und ohne dass wir selber dabei etwas Besonderes tun. Zum Beispiel dann, wenn wir uns Zeit nehmen und anderen zuhören. Wenn wir einfach nur da sind und dem Gegenüber unsere volle Aufmerksamkeit schenken. Wenn wir offen sind für das, was sie oder ihn beschäftigt.

Wunderbare kleine und große Dinge können geschehen, wenn sich jemand mit wirklichem Interesse auf einen Anderen einstellt. So wie bei Doris.

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