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Perspektive
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Perspektive

Gudrun Olschewski
Ein Beitrag von Gudrun Olschewski, Evangelische Pfarrerin, Pfungstadt

Hin und wieder passiert es. Ich bin mit dem Auto unterwegs, fahre zu einem Termin an einen Ort, an dem ich zuvor noch nie gewesen. Ich fahre ohne Navi. Deshalb schaue ich mir vorher auf der Karte genau an, welche die beste Strecke ist. Und los geht’s. Alles klappt wie am Schnürchen. Ich komme zügig voran und meinem Ziel immer näher. An der nächsten Abzweigung heißt es aufpassen, das weiß ich.

Die Gedanken rasen: Wie war das noch? Lange zu zögern, geht nicht, zu Halten erst recht nicht. So fahre ich geradeaus weiter, Kilometer für Kilometer. Doch mein Ziel ist nirgends in Sicht. Vorhin muss ich doch irgendwo falsch abgebogen sein: Ich habe die Richtung verloren. In dieser sozusagen „verfahrenen“ Situation gibt es nur eins: Anhalten und mich neu orientieren, die Richtung ändern und umkehren.

Im Leben ist das manchmal genau so. Zum Beispiel wünscht sich einer seit vielen Jahren, wieder gesund zu werden. Doch zum Arzt geht er nicht. Eine andere möchte endlich den Streit mit ihrem Bruder beenden. Doch den ersten Schritt wagt sie nicht. Oder ein anderer sucht schon so lange nach seiner Traumfrau. Aus seinen vier Wänden bewegt er sich jedoch nicht.

Wenn ich spüre, „Du hast dich da in etwas verrannt.“ Dann suche ich nach einer Möglichkeit, den Kurs zu korrigieren. Und wenn es gar nicht anders geht, muss ich anhalten und schauen: Wo bin ich und Wo will ich eigentlich hin. Vielleicht muss ich sogar eine völlig neue Richtung einschlagen, wenden und umkehren. Das ist oft ein hartes Stück Arbeit – aber es lohnt sich. Das Leben bekommt neuen Schwung. Es hat wieder eine Perspektive.

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