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Jesus Christ Superstar
Bild: Pixabay

Jesus Christ Superstar

Dr. Fabian Vogt
Ein Beitrag von Dr. Fabian Vogt, Evangelischer Pfarrer in der Öffentlichkeitsarbeit, Darmstadt

Am 12. Oktober 1971 war es soweit: Während vor dem New Yorker Mark-Hellinger-Theater zahlreiche christliche Gruppen aufgebracht demonstrierten, wurde drinnen das Rock-Musical „Jesus Christ Superstar“ uraufgeführt. Und der bis dahin unbekannte Komponist Andrew Lloyd Weber wurde über Nacht berühmt.

„Jesus Christ Superstar“ erzählt die letzten sieben Tage im Leben von Jesus und scheut sich dabei auch nicht, manches ein bisschen frecher darzustellen. Etwa, wenn der König Herodes den gefangenen Jesus neckisch bittet, er möge doch mal eben über das Wasser des Swimming Pools im Palast laufen, um seine Göttlichkeit zu beweisen.

Einigen fundamentalistischen Gläubigen war das zu wild. Viel zu wild. Jesus als Rockstar? Bitte nicht! Aber warum eigentlich nicht? Das Stück gehört inzwischen weltweit zu den meistgespielten Musicals, und wenn Menschen sich mit der Jesus-Geschichte in Form eines Rock-Theaters beschäftigen, ist das doch erst einmal positiv. Jesus selbst scheute sich jedenfalls nie, sich auf die Kultur seiner Zeitgenossen einzulassen.

Und wenn Maria Magdalena in diesem Musical herzzerreißend singt: „I don’t know, how to love him“ (Ich weiß nicht, wie ich Jesus lieben soll), dann sind bisweilen sogar hartgesottene Atheisten zu Tränen gerührt. Bis heute. Weil das einfach ein richtig starker Song ist. Und vielleicht auch, weil sich viele Menschen genauso fragen, wie sie das hinbekommen sollen: diesen Jesus, dessen Leben die Welt veränderte, zu lieben. Manchmal hilft dabei gute Musik. Mir jedenfalls.

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