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Reflecting Absence
Bild: Pixabay

Reflecting Absence

Dr. Fabian Vogt
Ein Beitrag von Dr. Fabian Vogt, Evangelischer Pfarrer in der Öffentlichkeitsarbeit, Darmstadt

Der 11. September 2001, das war nicht einfach nur ein brutaler Massenmord mit etwa 3000 Toten. Nein, als die Terroristen mehrere Passagierflugzeuge entführten und sie unter anderem in die Türme des World Trade Centers in New York steuerten, da zerbrach auch ein Stück vom amerikanischen Traum.

„Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten“ ist seither ein Land, in dem Menschen eben auch die Möglichkeit von Terror, Angreifbarkeit und Verletzung akzeptieren müssen. Wer einmal bei der Einreise in die Vereinigten Staaten die kurz darauf eingeführten Sicherheitsprozeduren über sich ergehen lassen musste, der weiß, wie sehr diese Kultur inzwischen von der Angst regiert wird.

Deshalb ist der Name der New Yorker Gedenkstätte für die Ereignisse des 11. Septembers so treffend: Sie heißt nämlich „Reflecting Absence“, also: „Nachdenken über das, was fehlt.“ Natürlich meint das zuerst einmal die 3000 ermordeten Menschen, die ihren Angehörigen fehlen. Aber es fehlt eben noch viel mehr: das ersehnte Gefühl der Sicherheit, das Vertrauen in die Menschheit und die Hoffnung darauf, dass wir schon alles im Griff haben.

Vor allem aber fehlt die vielleicht wichtigste Erkenntnis: Dass alle religiösen Fanatiker, die ihren Glauben – wie am 11. September – mit Gewalt durchsetzen wollen, offensichtlich vom Leben nichts verstanden haben, und vom Glauben schon gar nichts. Glaube muss dem Leben dienen. Immer. Sonst brauchen wir ihn nicht.

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