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Germany’s Next Top Model

Germany’s Next Top Model

Dr. Fabian Vogt
Ein Beitrag von Dr. Fabian Vogt, Evangelischer Pfarrer in der Öffentlichkeitsarbeit, Darmstadt

Oliver Kalkofe hat ja kürzlich schwer über „Germany’s Next Topmodel“ hergezogen – da werde vor allem ein schreckliches Frauenbild vermittelt: Mädchen, die auf Befehl alles machen, was man ihnen sagt, die professionell üben, wie man sexy und begehrenswert aussieht – und die mit einem Mal hundert Jahre Emanzipation zunichte machen.

Andererseits: Heute Abend werden viele Zuschauer live in Köln und an den Bildschirmen miterleben wollen, wer nun das neue Cover-Girl des Jahres 2014 wird. Das Mädchen, dass nach all den Zickenkriegen, Zusammenbrüchen, Zänkereien und ziemlich bizarren Test-Shootings von der Jury gesagt bekommt: „Du hast das Zeug zum Topmodel“.

Und immer mit dabei: Heidi Klum, die den Mädchen als Moderatorin andauernd sagt, dass man ihnen noch nicht genug abspürt, wie ernst sie es meinen: „Du musst es wirklich wollen. Hörst du, du musst es wirklich wollen.“

Nun kann man ja von Casting-Shows denken, was man will. Und wenn es einer spannend findet, sich so einen glitzernden Wettbewerb anzuschauen, warum nicht? Aber ich frage mich, ob Heidi Klum Recht hat. Ob es im Leben wirklich nur darauf ankommt, dass man etwas will? Ich zumindest hatte einen Freund, der wollte wirklich gesund werden. Aber gestorben ist er trotzdem.

Schon im neuen Testament schreibt Paulus: „So vieles, was ich will, schaffe ich nicht.“ Allerdings fügt er sofort hinzu: „Ich hab zum Glück meinen Glauben, der mich auch hält, wenn ich es mal nicht schaffe.“ Wenn die Kandidatinnen bei „Germany’s Next Topmodel“ so einen Rückhalt haben, dann können sie heute getrost feiern.

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