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Verkündigung des Herrn

Verkündigung des Herrn

Dr. Fabian Vogt
Ein Beitrag von Dr. Fabian Vogt, Evangelischer Pfarrer in der Öffentlichkeitsarbeit, Darmstadt

Wie schön, in 9 Monaten ist wieder Weihnachten. Und weil es an Weihnachten um den Geburtstag von Jesus geht und eine Schwangerschaft meist 9 Monate dauert, feiern viele Kirchen heute schon mal das Fest der „Verkündigung Jesu“. Sprich: dass seine Mutter Maria schwanger geworden ist.

Nun war das ja eine ziemlich ungewöhnliche Form der Empfängnis. Erinnern Sie sich: Plötzlich steht in Nazareth, im Zimmer von Maria, der Engel Gabriel und erklärt dem verdutzten Mädchen freundlich: „Siehe, du wirst bald guter Hoffnung sein, einen Sohn gebären und ihn Jesus nennen.“

Zu Recht entgegnet Maria: „Äh, das geht doch sonst ganz anders.“ Doch Gabriel macht ihr klar, dass sie tatsächlich den Sohn Gottes auf die Welt bringen wird. Und weil bei Gott Reden und Handeln das Gleiche sind, genügt in diesem Fall offenbar ein wundervolles, fruchtbares Wort vom Himmel.

Am erstaunlichsten finde ich allerdings, wie Maria reagiert. Die sagt nämlich ganz ruhig: „Gut, dann soll das geschehen, was du mir verkündet hast.“ Ich meine, sie hätte sich ja auch tierisch aufregen können: „Auf keinen Fall. Ich will selbst entscheiden, von wem ich Kinder kriege. Außerdem ist Jesus ein komischer Name?“

Macht sie aber nicht. Und ich frage mich, warum nicht. War der Engel so charmant? Die Gegenwart Gottes so überwältigend? Oder konnte sie gar nicht ‚Nein’ sagen? Wie dem auch sei: Heute wird gefeiert, dass Gott als Mensch auf die Welt kommen will. Der Beginn einer großen Heilsgeschichte. Und vielleicht hat Maria genau das gespürt.

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