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Faschingssonntag
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Faschingssonntag

Dr. Fabian Vogt
Ein Beitrag von Dr. Fabian Vogt, Evangelischer Pfarrer in der Öffentlichkeitsarbeit, Darmstadt

Faschingssonntag oder Karnevalssonntag. Für den heutigen Höhepunkt des närrischen Treibens gibt es unglaublich viele Namen. Und auch ganz unterschiedliche Erklärungen, warum die Menschen diesen Sonntag so gerne feiern.

Klar. Die Fastenzeit steht vor der Tür – und da wollen die Menschen einfach noch mal die Sau rauslassen, bevor sie dann 6 Wochen Verzicht üben sollen. Für die überbordende Lust am Verkleiden gibt es aber möglicherweise auch noch eine ganz andere Motivation.

Ja, schon in der Antike wurden nämlich Feste gefeiert, in denen für kurze Zeit alle Standesunterschiede aufgehoben wurden. Man verkleidete sich ganz bewusst, damit niemand sehen konnte, ob man zum einfachen Volk oder zum Adel gehört. Wirklich.

Schon eine 5000 Jahre alte Inschrift aus Babylonien sagt: „An diesen Tagen ist die Sklavin der Herrin gleichgestellt und der Sklave an seines Herren Seite. Die Mächtige und der Niedere sind gleich geachtet.“ Spannend, oder? Solche „Gleichheitsfeste“ sind uns übrigens auch aus Ägypten, Griechenland oder Rom überliefert. Zeiten, in denen niemand auf Rang oder Namen achtete.

Nebenbei: Die ersten Christen nahmen diesen Gedanken auch auf. Allerdings nicht nur an irgendwelchen närrischen Tagen, sondern grundsätzlich. Der Apostel Paulus schreibt mutig: „In unseren Gemeinden gibt es weder Sklaven, noch Herren, weil vor Jesus alle Menschen gleichviel wert sind.“ Also: Maske auf und rein ins Getümmel. Heute feiern wir, dass alle Menschen gleich sind

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