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Philomena
Bild: Pixabay

Philomena

Dr. Fabian Vogt
Ein Beitrag von Dr. Fabian Vogt, Evangelischer Pfarrer in der Öffentlichkeitsarbeit, Darmstadt

Auf dem Rummelplatz lässt sich die junge Philomena auf eine Liebelei ein – und wird schwanger. Im Irland der 50er Jahre. Die Eltern sind entsetzt, stecken Philomena in ein Kloster – und dort erlebt das Mädchen die Hölle auf Erden. Die Nonnen behandeln sie, die Sünderin, nämlich mit Verachtung. Und ihr Sohn wird schon nach kurzer Zeit zur Adoption freigegeben.

50 Jahre später macht sich Philomena mit dem Journalisten Martin Sixsmith auf die Suche nach ihrem Kind. Es wird eine Reise in die Vergangenheit – und in die Zukunft. Eine Reise in die Untiefen kirchlicher Enge und moralischer Borniertheit. Aber auch eine Reise der Hoffnung von Irland in die Vereinigten Staaten, wohin möglicherweise eine Spur des Kindes führt.

Der Film „Philomena“ hat schon jetzt zahlreiche Preise bekommen und ist sogar für den Oscar als „Bester Film“ nominiert. Das liegt auch daran, dass es ihm gelingt, ein so schweres Thema mit so viel Leichtigkeit umzusetzen. Und Judi Dench füllt die große Rolle der Philomena mit einer wunderbaren Würde aus, die einfach ein Vergnügen ist.

Die Kritiker sind sich übrigens noch nicht einig, ob der Film nun radikal antikirchlich oder möglicherweise sogar ein bisschen fromm ist. Denn wider alle Erwartungen gelingt Philomena am Ende das, was den hartherzigen Nonnen damals nicht gelungen ist: Sie kann vergeben. Und findet in der Vergebung selbst ihren Frieden. Ein toller Film.

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