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Unsere Insel für den Heiland
Foto: Beate Hirt

Unsere Insel für den Heiland

Ein Beitrag von Frank Fornacon, Pastor evangelische Freikirche

20 Minuten dauert die Überfahrt von Den Helder in Nordholland nach Texel. Das Schiff hat viele hundert Autos an Bord. Möwen begleiten schreiend die Fähre. Wenn sich die Ladeklappe öffnet, beginnen für viele deutsche und niederländische Urlauber die Ferien. Auf der Insel suchen jedes Jahr einige hunderttausend Gäste Erholung. Für sie ist die Insel ein kleines Paradies. Wasser, Wald, Weide, die Dünen und der Strand, im Frühjahr Tulpenfelder soweit das Auge reicht.

Auf der Fahrt vom Fährhafen über das Eiland kommen die Besucher an einem Bauernhof vorbei, auf dessen Weide nicht nur Schafe, sondern auch zwei Schilder stehen. Grün und schwarz der Grund, so wie die Fahne von Texel. Weiß die Schrift. Auf niederländisch steht auf dem einen „Ons Eiland vor de Heiland“, „De Here is mijn Helper“ auf dem anderen. „Unsere Insel für den Heiland“ und „Der Herr ist mein Retter“. Die Besitzer des Hofes haben die Schilder vor vielen Jahren aufgestellt. Sie sind Christen, die für ihren Glauben werben. Die beiden Tafeln gehören zum Inselbild, gelegentlich berichten die Medien über die besondere Art christlicher Predigt. So lassen es die Vorüberfahrenden Tag für Tag, Jahr um Jahr.

Bis auf den Tag, an dem eines fehlte. Das Schild mit dem Heiland war verschwunden. Einfach weg. Wer stielt schon eine Tafel, die für den Heiland wirbt? Wochen später kann man im Texel-Courant, der Inselzeitung, lesen, wo das Schild abgeblieben war: Auf einer Sandbank, weit draußen in der Nordsee. Fischer haben die Tafel mitten auf der kleinen unbewohnten Insel entdeckt. Dort stand es genauso wie vorher auf der Schafweide. Nur dass auf der Sandbank kein Mensch davon Notiz nahm. In einer gemeinsamen Aktion der Inselbewohner wurde das Schild heimgeholt und wieder am angestammten Platz aufgestellt.

Schlimmer wäre es gewesen, wenn sie das andere Schild gestohlen hätten, „Der Herr ist mein Helfer“. Im Deutschen könnte man auch vom Retter sprechen. Wenn man in eine aussichtslose Lage gerät, kann man heilfroh sein, dass sich jemand kümmert. Das wissen die Leute an der Küste. Wind und Wellen sind bei schönem Wetter wunderbar, im Sturm aber höchst gefährlich. Wer in Seenot gerät, braucht einen Helfer.

Wer einen Retter sucht, der findet bei Gott Zuspruch, Trost und Hilfe. „Der Herr ist mein Helfer“. Wir sind auf dieser Welt in Gottes Hand. Davon erzählen die beiden Schilder auf Texel wohl noch viele Jahre. Gott ist für uns da, im Urlaubsparadies und auf der Sandbank in der tosenden See.

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