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Privater Jahresrückblick: Gottes Segen in meinem Leben
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Privater Jahresrückblick: Gottes Segen in meinem Leben

Christoph Wildfang
Ein Beitrag von Christoph Wildfang, Evangelischer Pfarrer, Arnoldshain

Jetzt am Ende vom Jahr mache ich meinen eigenen privaten Jahresrückblick. Ich kann das Jahr 2014 abhaken oder in dieser Zeit zwischen den Jahren noch einmal nachdenken, was gut daran war. Als Christ stelle ich mir die Frage: Wo war in diesem Jahr Gottes Segen für mich spürbar? Segen, das ist für mich Gottes Nähe. Von Gott berührt werden, innerlich. Spuren seiner Liebe in meinem Leben.

Klingt groß, will aber auch in den kleinen Geschichten meines Alltags erfahren sein. Wo war Gott besonders dabei? Oder ist die Frage unangemessen? Ist Gott irgendwie immer dabei? Ich lehne mich auf dem Sofa zurück und spüre diesem Jahr noch einmal nach. Ich glaube nicht, dass es einen Tag gibt, an dem Gott in meinem Leben nicht dabei war. Aber, wo war das wirklich spürbar? Ich finde einige Spuren: Zum Beispiel, wenn ich bei einem Gespräch nicht weiter wusste. Da war ein Mann im Krankenhaus. Es war klar, es ging zu Ende. „Was kommt dann?“ fragte er mich. Schwer atmend. „Was kommt dann, wenn ich tot bin?“ Langsam und bedächtig wählte ich meine Worte. Sprach mit ihm von der Auferstehung. Vom Leben bei Gott. Vom Sein in Gottes Nähe. Da, was wir Himmel nennen. Ich sprach und sprach und spürte, dass ich Worte sagte, die ich so noch nie gedacht hatte. Da war eine Kraft in mir, die mir irgendwie die richtigen, die tröstenden Worte gab. Lichtblicke zur rechten Zeit.

Ich denke, es war Gottes Segen in mir. Ich hatte noch nicht mal die Bibel mitgenommen. Ich spürte, dass ich in diesem Moment die kraftvollen Gedanken aussprach, die ich so noch nie in meinem Kopf sortiert hatte. Es war stammelnd, unsicher – aber kraftvoll. Es war auch Trost für mich in diesem Moment. Und der Mann mir gegenüber nickte nach meinen Worten von der Auferstehung. Vom Sein bei Gott. Vom Leben im Himmel. Ich glaube, da zum Beispiel, da war Gottes Segen einfach so dabei. Als ich ihn brauchte. Einfach so.

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