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Der Himmel: Wie sieht er eigentlich aus?

Der Himmel: Wie sieht er eigentlich aus?

Christoph Wildfang
Ein Beitrag von Christoph Wildfang, Evangelischer Pfarrer, Arnoldshain

Nach einer Beerdigung in einer kalten Trauerhalle im Taunus sitze ich mit der Trauergemeinde beim Kaffeetrinken. Ich stochere im trockenen Kuchen. „Wie ist das wohl im Himmel?“ fragt einer am Tisch in einem ruhigen Moment. Die am Tisch schauen mich an. Aber ein anderer fängt an und sagt: „Für mich ist der Himmel wie in der Kleinmarkthalle in Frankfurt, Obst, Lammkeulen, Fisch, Gemüse aus der ganzen Welt – und alles Schöne und Leckere auf ganz kleinem Raum! Nur noch viel schöner!“ 

Eine andere lächelt und sagt: „Himmel: das ist wie der allerbeste Urlaub – und den für immer!“. Und der Älteste am Tisch meint: „Himmel, das ist wie mein schöner Schrebergarten – nur ohne Unkraut und Grasmilben. Und noch viel schöner!“  Alle am Tisch schmunzeln. Die Bilder der Menschen am Kaffeetisch machen mir Lust auf den Himmel. Ganz plastische Bilder. Individuelle Himmelsvorstellungen. Jeder hat seine Bilder. Und das ist auch gut so.

Was ist eigentlich mein Bild? Meins steht ganz am Ende der Bibel: „Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde. Und ich hörte eine große Stimme von dem Thron her, die sprach: Siehe da, die Hütte Gottes bei den Menschen! Und er wird bei ihnen wohnen, und sie werden sein Volk sein und er selbst, Gott mit ihnen, wird ihr Gott sein; und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein.“ (Offenbarung 21, 1-4)

Für mich auch ein starkes Bild von Himmel. Gemeinschaft mit Gott. Beglückend. In seiner Nähe sein: hell, friedlich, harmonisch. Alles Schlechte, aller Streit ist weg. Ein wohliges warmes Gefühl. Ein himmlisches Bild, das mich schon jetzt trägt. Ich glaube: So wird es sein, und doch noch ganz anders. Viel schöner noch. Kann sein – wie in der Kleinmarkthalle, im Urlaub, im Schrebergarten - oder so, wie es mir ein himmlisches Bibelwort zusagt. Ich möchte meinen eigenen Hoffnungsbildern weiter nachgehen, nachspüren. Mich mit anderen darüber austauschen. Auch schon jetzt, an so einem Novembertag, da tragen mich diese Bilder vom Himmel.

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