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Gottesdienst mit Schultüten

Gottesdienst mit Schultüten

Christoph Wildfang
Ein Beitrag von Christoph Wildfang, Evangelischer Pfarrer, Arnoldshain

Da kommen sie wieder. Die Erstklässler mit ihren Schultüten und übergroßen Ranzen. Viele kommen vor dem Weg in die Schule in die Kirche. Eine schöne Tradition. Noch vor 10, 20 Jahren kamen nur Mütter und einige Großeltern mit. Manchmal auch ein Vater, der sich kurz mal frei genommen hatte. Seit einiger Zeit ist der Schulanfang eine ganz große Sache.

In der Kirche haben wirs gemerkt, als die Plätze immer knapper wurden. Nicht wegen viel mehr Erstklässlern. Sondern, weil pro Kind viele liebe Menschen mitkommen. Als Begleitung: Geschwister, Tanten und Onkel, die Nachbarn aus der Straße. Und es wird ein richtig großer Festtag. Zuerst war ich ein bisschen platt, die Kirche so voll wie an Weihnachten. Aber: es ist toll, so eine freundliche Aufmerksamkeit für den jungen Menschen auf dem Weg zu einem neuen Abschnitt.

Dieser Abschnitt ist ja heute gar nicht mehr so krass wie früher. Fast alle Kinder aus der KiTa waren schon mal in der Grundschule schnuppern. Bei uns im Usinger Land haben sie zum Beispiel schon an der Schulprojektwoche teilgenommen. Ganz normal, wie alle Grundschüler. Der Kindergarten macht heute bei den Gottesdiensten mit. Auch ganz normal. Wunderschön ist dieses wertschätzende Gefühl, das den jungen Menschen auf seinem Weg in die Schule begleitet.

In Indien tragen oft die Väter stolz ihre Schulkinder auf den Schultern. Nicht, weil sie nicht gehen könnten oder so klein sind. Sondern um zu zeigen: Schaut her, hier kommt ein junger Mensch zur Schule. In ihm, in ihr stecken viele Talente. Wow, meine Tochter, mein Sohn ist so neugierig – und wir als Eltern sind es auch. Wie es wird. Dieses schöne Gefühl bei der Einschulung kann das Schulkind lange innerlich tragen. Manchmal können wirs einfach aufmunternd erneuern: du kannst was, eine Menge! In dir steckt eine Menge Gutes. Du packst das. Nicht schlimm, wenn mal etwas daneben geht. Wir glauben an dich!

So oder so ähnlich sage ichs nachher im Gottesdienst: Du schaffst diesen neuen Abschnitt. Du bist auch von Gott getragen. Wertgeschätzt. Was ganz Besonderes!

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