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Wahre Weltmeister

Wahre Weltmeister

Martin Vorländer
Ein Beitrag von Martin Vorländer, Evangelischer Pfarrer und Rundfunkbeauftragter für den hr, Frankfurt

Freude, schöner Götterfunke! Schon beim  Aufwachen ist die Freude wieder da: Deutschland ist Fußball-Weltmeister. Hart erkämpft. Weltmeisterlich war die deutsche Mannschaft schon nach dem Spiel gegen Brasilien. Nicht nur wegen des 7:1. Würdige Weltmeister darin, wie man mit Sieg und Niederlage umgehen kann.

Am Dienstag haben sie ein Tor nach dem anderen geschossen. Gestern hat ein einziges gereicht. Zäh errungen gegen Argentinien, das ihnen alles abverlangt hat. Endlich das Tor und das Gesicht von Mario Götze: So ein Strahlen. Sie haben ihre Siege nicht als Triumph über den Gegner gefeiert. Respekt behalten. Das macht wahre Sieger aus. Und gute Verlierer. Nach der Partie gegen Brasilien haben viele Spieler gesagt: „Wir wissen, wie es ist, zu verlieren. Kopf hoch!“ Und haben die Verlierer in den Arm genommen.

Wer gewinnt, wird nicht zum Fußballgott. Es ist besser, wenn er geerdet bleibt und sich mit beiden Beinen auf dem Boden von Herzen freut. Eine Niederlage heißt nicht, dass alles weggewischt ist, was man ist. Auch wenn sich das erstmal so anfühlt. Lionel Messi und seinen Kollegen hat man das angesehen, als sie die Silbermedaille bekommen haben.

Kopf hoch! Respekt! Das finde ich eine christliche Haltung, mit Erfolg und Misserfolg umzugehen. Weder Sieg noch Niederlage haben das letzte Wort über mich. Ich bin nicht vernichtet, wenn etwas daneben ging. Ich werde nicht zum Gott, weil ich etwas Großes geschafft habe. Es gibt Hohes, über das ich mich unbändig freue. So wie die Freude über das Finale gestern. Es gibt Tiefschläge, die ich erst einmal verkraften muss. (Römer 8, 39)

Aber weder das eine noch das andere sollen mir den Respekt nehmen. Respekt vor mir und vor den anderen. So sehen wahre Weltmeister aus: Sie lassen die anderen nicht links liegen. Und feiern, was sie erreicht haben. Respekt!

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