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Soul

Soul

Dr. Peter Kristen
Ein Beitrag von Dr. Peter Kristen, Evangelischer Pfarrer und Studienleiter, Religionspädagogisches Institut Darmstadt

Heute vor 50 Jahren, am 2. Juli 1964 hat Präsident Lyndon B. Johnson ein Gesetz unterschrieben, das die Rassentrennung in den USA offiziell aufgehoben hat. Von da an sollten die Lebenschancen der Menschen nicht mehr von Hautfarbe, Herkunft oder Geschlecht abhängen. 1964, das ist auch das Jahr, in dem der Soul-Sänger Sam Cooke gesungen hat: “A Change is gonna come”.  Changes, Veränderungen waren damals tatsächlich vor allem von der afroamerikanischen Bevölkerung sehnlich erwartet. Die christlichen Lieder der Gospelmusik sind zu einer Quelle des Soul geworden.

Soul, das heißt Seele. Die Bibel erzählt, dass der Mensch, der aus Erde gemacht ist, von Gott den Atem des Lebens bekommt, seine Seele, und so lebendig wird. Die Seele als Ort im Menschen, an dem Kopf und Herz sich begegnen. In der Seele wächst auch die Kraft, sich gegen Ungerechtigkeit aufzulehnen. Schon vor mehr als dreitausend Jahren haben die Menschen in einem Psalmlied gesungen: „Es tut uns in der Seele weh, wir haben es so satt, dass uns die Sorglosen mit Spott überschütten, dass uns die Hochmütigen wie Dreck behandeln.“ (Psalm 123,4)

Anfang der 50er Jahre war der Soul geboren. Damals sind auch die schwarzen GIs nach Amerika zurückgekehrt, die Hitlerdeutschland vom Faschismus befreit hatten. Zuhause hat man ihnen aber die Freiheit verweigert und die Rechte vorenthalten, für die sie im Krieg ihr Leben riskiert hatten. Damals konnte man seinen Protest oft nur als Lied singen, weil das Aussprechen verboten und gefährlich war. Seitdem hilft die Soulmusik zusammenzubringen, was zusammengehört: Schwarz und Weiß, Männer und Frauen Religion und Engagement. Sich am Leben freuen und sich bewegen.

Der Soul hat mit Sam Cooke und Billie Holliday begonnen. Dann kamen Ray Charles, Aretha Franklin, Steve Wonder und viele andere.Bis heute lebt der Soul weiter zum Beispiel bei Nora Jones, Christina Aguilera und Adele. Soul kann die Seele berühren und mich bewegen. Zuerst ist es ein Fingerschnipsen, dann klatschen die Hände mit, die Füße regen sich und schließlich bewegt die Seele den ganzen Körper und ich spüre die Kraft, die Welt zu verändern.

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