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Geburtsstunde der FIFA

Geburtsstunde der FIFA

Christoph Wildfang
Ein Beitrag von Christoph Wildfang, Evangelischer Pfarrer, Arnoldshain

Heute vor einhundertzehn Jahren wurde in Paris die FIFA gegründet, der Weltfußballverband. Der FIFA verdanken wir die Weltmeisterschaft. Dieses Jahr in Brasilien. Heute startet auch das Trainingslager der Nationalmannschaft in Südtirol. Mal sehen, wie weit unsere Mannschaft kommt. Bei dieser WM ist die Begeisterung bei vielen Fans überschattet. Da sind die Bilder von den Demonstrationen in Brasilien und harte Polizeieinsätze. Statt Euphorie für die Spiele gibt es in Brasilien eine Menge Wut.  Statt eines gigantischen Fußballspektakels fordern Menschen Spitäler und Schulen. Statt Spitzensport zu bejubeln, erinnern Demonstranten an Armut und Geldverschwendung.

Wenn die teuerste WM aller Zeiten bald angepfiffen wird, pfeifen Menschen im WM-Land auf den ganzen Rummel. Weltklasse hätte ein Verhalten, wie es die Bibel beschreibt: „Ich bin hungrig gewesen und ihr habt mir zu essen gegeben. Ich bin durstig gewesen und ihr habt mir zu trinken gegeben.“, (Matthäus 25.32). Vielleicht hatten die Gründer der FIFA vor über 100 Jahren soziale Probleme noch nicht im Blick. Wahrscheinlich wollten sie nur das „Kicken“ weltweit organisieren.

Das beste Geburtstagsgeschenk für die WM in Brasilien sind solidarische Hilfsaktionen. Mitwirkung an sozialen Projekten vor Ort. Der Deutsche Fußball Bund und die Bundesliga-Stiftung sind schon an der Arbeit. Es ist bereits Tradition, dass der DFB große Turniere mit einer Sozialkampagne begleitet. Bis heute zum Beispiel lebt die Mexiko-Hilfe des DFB, die schon 1985 begann und bis heute aktiv hilft! Rudi Völler hat die erste Spende dafür initiiert. Eine tatkräftige Sozialkampagne des DFB bei der WM in Brasilien ist das Projekt „Adolescer“ in der Küstenmetropole Recife. Dort, wo das dritte Spiel unserer Mannschaft gegen das Team der USA sein wird.

Die Initiative „Adolescer“ fördert seit vielen Jahren Kinder und Jugendliche aus armen Familien in den Favelas dieser 1,5 Millionen Einwohnerstadt. „Hilfe zur Selbsthilfe“ ist die Grundidee. Wissen wird weiter gegeben, um Wege aus Armut und Kriminalität zu ermöglichen. Ausreichende Bildungschancen werden Kindern und Jugendlichen helfen, den Weg aus der Favela zu packen. Glückwunsch an den DFB. „Adolescer“ ist grad das richtige Geschenk zum FIFA-Geburtstag und um das WM-Gastgeberland nachhaltig zu unterstützen. Find ich gut!

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