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#wieleben

#wieleben

Prof. Dr. Markus Tomberg
Ein Beitrag von

Prof. Dr. Markus Tomberg,

Professor für Religionspädagogik, Fulda und Marburg
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Wie leben – seit Sonntag fragt die ARD-Themenwoche so. Und stellt damit – social-media-tauglich mit Hashtag – eine der ganz großen Fragen. Denen ist kaum zu entgehen. Menschen leben nicht einfach so, sondern müssen ihr Leben aktiv leben. Von der Natur spärlich mit Instinkten und Reflexen ausgestattet müssen wir Menschen immer neu suchen, fragen und entscheiden, wie wir leben können und leben wollen.

Das fängt bei ganz alltäglichen Fragen an: Etwa bei der Frage morgens vor dem Spiegel nach der richtigen Kleidung. Und hört bei den großen Lebensentscheidungen noch lange nicht auf. Kompliziert wird die Sache, weil auch die kleinen Alltagsentscheidungen Auswirkungen auf das Große und Ganze haben: In Corona-Zeiten und Kontaktbeschränkungen wird das besonders deutlich. Auch kleine Lebensentscheidungen haben Auswirkungen auf den Fortgang der Pandemie. Da gibt es keine kleinen Fragen mehr, da wird alles zur großen, zur lebensentscheidenden Frage.

Eine gewaltige Überforderung, möchte man meinen. Lange behaupteten deshalb gerade Kirchen und Religionsgemeinschaften, auf die kleinen und großen Fragen die richtigen Antworten zu haben. Lebe so, wie es der Glaube vorschreibt, war ihre Botschaft. Heute treten zuweilen politische Versprechen an deren Stelle. Doch die Verantwortung für die eigene Entscheidung kann jede und jeder nur selbst tragen. Jede große Frage braucht meine eigene Antwort.

Nur, dass meine Antwort allein nicht genügt. Niemand kann allein Corona besiegen, das Klima retten, für universale Gerechtigkeit sorgen. Unsere Ohnmacht – in diesen Tagen erleben wir sie ja besonders intensiv.

Eine religiöse Ressource wird da besonders wichtig. Nicht die kleinen und großen Regeln, Gebote und Vorschriften. Wichtig ist die Perspektive der Hoffnung. Die Bibel weiß: Hoffnung gibt es nicht nur für mich. Hoffnung gibt es nur für alle.

#Wie leben – die Frage braucht keine kleinlichen Vorschriften. Sie braucht eine Hoffnung, die alle einschließt. Aber vielleicht ist genau das für diese ganz große Frage die richtige Antwort.

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