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Wege aus der Ohnmacht - nach dem Attentat in Hanau
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Wege aus der Ohnmacht - nach dem Attentat in Hanau

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Schlimm ist diese Ohnmacht. Man wacht morgens auf und hört: Elf Tote in Hanau. Einer hat um sich geschossen, erschießt sogar seine Mutter und sich selbst.

Wer sät diesen Hass?

Dann höre ich: Der Täter denkt und fühlt rechtsradikal, hasst Ausländer und wen er für fremd hält. Da stehe ich nur ohnmächtig davor. Was wird denn noch alles geschehen, denke ich. Wer sät denn nur immer diesen Hass auf „die Fremden“. Schlimm, diese Ohnmacht.

Ich will aber nicht ohnmächtig bleiben. Ich will auch nicht zur Tagesordnung übergehen. Gleich um 18.00 Uhr treffen sich viele Bürger in Hanau auf dem Marktplatz. Da werde ich im Geiste dabei sein.

Unser Hessenland ist so viel mehr

Ich will mit denen trauern, die dort stehen. Sie zeigen ihr Mitgefühl. Und zeigen: Unsere Stadt, unser Hessenland ist so viel mehr als fremdenfeindlich.

Wir bitten alle, friedlich mit uns zu leben. Friede sei mit euch, wünschen wir einander; Schalom, Salam. Wer Frieden wünscht, bleibt nicht ohnmächtig.

Ich wähle niemals eine Partei, die die Würde von Menschen missachtet

Und noch etwas will ich tun, jeden Tag. Ich zeige meine Haltung. Ich nehme es nicht hin, wenn über Menschen gelästert, gespottet wird. Ich widerspreche, wenn gegen Menschen gehetzt wird - warum auch immer.

Ich wähle niemals eine Partei, die die Würde von Menschen missachtet. Das ist mein Weg aus der Ohnmacht. Ich biete meinen Frieden an; ich bitte auch um Frieden: die Nachbarn, die Menschen im Bus, im Verein, im Stadion.

Immer wieder biete ich Frieden an und bitte andere darum. Der Gott des Friedens helfe uns dabei.

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