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… und ganz doll dich!
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… und ganz doll dich!

Daniel Stehling
Ein Beitrag von

Daniel Stehling,

Pastoralreferent und Katholischer Religionslehrer, Fulda
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Leichter Sommerwind weht durch meine Haare. Die Sonnenstrahlen wärmen mein Gesicht. Sattes Grün und bunte Blüten um mich herum. Ein kaltes Getränk steht in Reichweite. Ich habe einen Tag frei und es mir bei herrlichem Wetter auf der Terrasse in einem Liegestuhl bequem gemacht. Ich lese in der Zeitung. Döse vor mich hin. Nehme ab und zu einen Schluck aus meinem Glas und genieße einfach den Tag. Dazu tönt leise Musik aus dem Radio. Plötzlich weckt ein Lied meine Aufmerksamkeit. Die Melodie kenne ich von früher aus meiner Kindheit. Habe sie aber schon ewig nicht mehr gehört. Ich stelle mit der Fernbedienung etwas lauter. So kann ich besser hören. Volker Lechtenbrink singt von dem, was er alles mag. „Ich mag Sonne, die mich wärmt, wohnen wo´s nicht lärmt. Hunde, die noch belln, schöne hohe Welln. All das mag ich und ganz doll dich!“, höre ich ihn singen. Ich komme ins Grübeln. Was mag ich denn eigentlich? Selbstverständlich meine Frau und meine Familie.  Und so auf der Terrasse liegend kommt mir auch noch in den Sinn: Sonne, Sommerwind, unseren Garten, Blumen, die schön blühn, freie Zeit, die ich für mich gestalten kann, Ruhe und Erholung. „Ja, all das mag ich und ganz doll dich!“ klingt es da wieder aus dem Radio. Ich stutze. Als Religionslehrer schießt mir ein ganz seltsamer Gedanke durch den Kopf! Wie wäre es, wenn Gott dieses Lied singen würde? Was würde er alles mögen? Natürlich alles, was er geschaffen hat, seine ganze Schöpfung: Sonne, Mond und Sterne, die Pflanzen und Tiere. Steht ja in der Bibel im ersten Buch. „Gott sah alles an, was er gemacht hatte. Und siehe es war sehr gut.“ (Gen 1, 31) Also mag Gott seine Schöpfung. „Und ganz doll dich!“ Und mir läuft ein Schauer über den Rücken. Was für ein wunderschöner Satz. Gott mag seine ganze Schöpfung und ganz doll mag er mich! Ein wohltuender, großartiger Gedanke, der mich aufrichtet. Und auch wenn Gott natürlich nicht singt, bin ich sicher: Er mag mich tatsächlich ganz doll. Mich und jedes andere seiner Geschöpfe.

 

 

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