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Kinderrechte, Frieden und Wanderfriedenskerze
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Kinderrechte, Frieden und Wanderfriedenskerze

Andrea Maschke
Ein Beitrag von

Andrea Maschke,

Katholische Pastoralreferentin in Bad Homburg / Friedrichsdorf
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Gleich zwei Gedenktage hintereinander! Heute, am 20. September, wird in Deutschland der Weltkindertag begangen, morgen, am 21. September, der Weltfriedenstag. Während uns in Hessen diese Gedenktage vielleicht kaum auffallen, ist zumindest der Weltkindertag in unserem Nachbar-Bundesland Thüringen seit 2019, also jetzt zum dritten Mal, ein richtiger gesetzlicher Feiertag.

Der Weltkindertag – in Thüringen seit 3 Jahren ein Feiertag

Die Anliegen dieser beiden Tage, also der Blick auf die Rechte von Kindern und der Einsatz für den Frieden, habe ich dieses Jahr bei einer Aktion wieder gefunden, die auch bei uns in Hessen läuft: die Wanderfriedenskerze. Diese ökumenische Aktion wurde von der Friedensbewegung Pax Christi initiiert und beschäftigt sich in diesem Jahr speziell mit der Situation von Kindern in Flüchtlingslagern.

Bis Buß- und Bettag reist die Wanderfriedenskerze durch unsere Gegend

Noch bis zum Buß- und Bettag am 17. November reisen die Wanderfriedenskerzen durch unsere Gegend. Vor drei Wochen wurden elf große, kreativ gestaltete Kerzen im Frankfurter Dom ausgesandt. Eine Gebetshilfe liefert Informationen und Gebetsvorschläge … und so beschäftigen sich überall dort, wo so eine Wanderfriedenskerze Station macht und brennt, Menschen mit der Lage von Kindern, die allein oder mit ihren Familien in Flüchtlingslagern leben. Vielleicht kommt ja die Wanderfriedenskerze ja auch in Ihre Gemeinde oder Ihren Kreis. Man findet die Informationen auch im Internet. (https://pax-christi.de/aktivitaeten/aktion-wanderfriedenskerze/aktion-2021/)

Das Leid der Kinder in Flüchtlingslagern sichtbar machen

Wenn wir im Fernsehen Bilder von Kindern sehen, die in Enge, Armut und in so einer hoffnungsarmen Umgebung wie einem Flüchtlingslager leben, Bilder von Lesbos, der Türkei oder der Ukraine, dann sind wir versucht zu sagen: Diese Kinder haben keine Kindheit – aber das stimmt ja nicht! Diese kleinen Menschen können die Jahre bis zum Erwachsenenalter ja nicht überspringen und sind trotzdem Kinder: also verletzlich, unerfahren, begierig, Neues auszuprobieren und zu lernen, und angewiesen auf Menschen, erwachsene Menschen, die ihnen Schutzräume dafür einräumen.

Für eine Kindheit ohne Not, Angst und Hunger

Aber sie erleben in dieser Umgebung nicht die Kindheit, die wir ihnen wünschen würden: Kinder sollten in Sicherheit und ohne ständige Angst aufwachsen, zusammen mit Menschen, die sie lieben und schützen und denen sie vertrauen können, ohne Not und mit ausreichender gesunder Nahrung. Wir wünschen diesen Kindern auch die Lust und die Möglichkeit zu lernen, zu spielen, sich auszuprobieren. Vieles, vielleicht das meiste davon, fehlt den Kindern in den Flüchtlingslagern.

Diese Rechte wurden in der UN-Kinderrechtskonvention festgelegt

Aber das sind nicht nur gute Wünsche, nein, das und noch viel mehr, sind Rechte, die allen Kindern zustehen, festgelegt vor über 30 Jahren in der UN-Kinderrechtskonvention. Und es betrifft viele Kinder und Jugendliche, schließlich sind 40% der Menschen in den Flüchtlingslagern unter 18 Jahre alt.

Wer ein Kind aufnimmt in meinem Namen, nimmt mich auf

Die Zeit im Flüchtlingslager und ebenso all das, was die Kinder und Jugendlichen erleben mussten, bevor sie überhaupt in die Lager kamen, prägen sie für ihr weiteres Leben.

In der Bibel lese ich: Jesus nimmt ein Kind in die Mitte und sagt: „Wer ein Kind aufnimmt in meinem Namen, nimmt mich auf“ (Matthäusevangelium 18,5). Das sind klare Worte, finde ich – und für mich ein Anstoß, mich für diese Kinder und ihre Rechte einzusetzen.

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