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Ein kleines bisschen Glück …
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Ein kleines bisschen Glück …

Norbert Mecke
Ein Beitrag von Norbert Mecke, Dekan, Evangelischer Kirchenkreis Melsungen

Es hat mich berührt. Ich musste ein paar Mal schlucken als sie das Lied auf der Bühne sang: „Irgendwo auf der Welt \ gibt´s ein kleines bisschen Glück \ und ich träum davon in jedem Augenblick. \ Wenn ich wüsst, wo das ist, \ ging ich in die Welt hinein, \ denn ich möchte einmal (recht so) von Herzen glücklich sein!“ 

Das singt Lilian, die Hauptfigur des Musicals „Die Drei von der Tankstelle“. Und ich sitze in Reihe acht in diesem Musical. Ist eigentlich nicht meine Musik. Ist sogar eigentlich was, was meine Großmutter, die Oma Änne,  gerne sah und hörte – am besten mit Heinz Rühmann. Aber ob es mich gerade deshalb  berührt?
„Irgendwo auf der Welt \ gibt´s ein kleines bisschen Glück!“. Das war in so ganz anderen Zeiten auch die große Sehnsucht meiner Großmutter. Nicht das große Los. Nicht die Million. „Ein kleines bisschen Glück!“. Erst den richtigen Mann. Dann, dass er aus dem Krieg zurückkam. Und dann einfach Frieden. „Über die Runden kommen, will die Änne!“, konnte sie sagen – und manchmal träumen von dem, was sie ersehnte: „Irgendwo auf der Welt recht von Herzen glücklich sein!“
Vorne auf der Bühne singt´s die Hauptdarstellerin. In mir fängt´s auch an zu singen. Mir fallen meine „Irgendwo´s“ vom Glück ein. Unser Wohnzimmer und die vertrauten Gesichter darin. Felsenklüfte in der Bretagne und der weite Blick auf´s Meer. Mir fallen die ein, die über´s Meer kommen. Das ist doch auch ihr Lied -  das Lied im Herzen vieler Flüchtlinge: Das kleine Stück vom Glück – „wenn ich wüsst, wo das ist, \ ging ich in die Welt hinein!“ Die Hoffnung, dass man es in Deutschland finden kann. Das ist Sehnsucht, die in Bewegung setzt.

Wer die eigene Sehnsucht nach dem kleinen Stück vom Glück noch ab und an in sich spürt, versteht auch die Träume der anderen besser. Lässt sich noch berühren.

Lilian auf der Bühne singt die Schlussakkorde „Irgendwo auf der Welt fängt mein Weg zum Himmel an, irgendwo, irgendwie, irgendwann!“ Es könnte auch Nena sein, die da singt. Oder Jussuf aus Syrien. Oder Oma Änne in ihrem Kassel. Und ich. Ein gemeinsamer Chor der kleinen großen Glücksucher.
Der Weg zum Himmel fängt mit der Sehnsucht an. Ich glaube, darin berührt uns mehr als ein Gefühl: In der Sehnsucht berührt uns Gott!

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