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Dreistellige Lebensretter
Bildquelle pixabay

Dreistellige Lebensretter

Martin Vorländer
Ein Beitrag von

Martin Vorländer,

Evangelischer Pfarrer und Theologischer Redakteur im Medienhaus Frankfurt

Als das Telefon noch eine Wählscheibe hatte, stand auf jedem Apparat in der Mitte der Wählscheibe: „110 Polizei. Feuer 112.“ Diese beiden Notrufnummern wurden im September vor 45 Jahren eingeführt. Krass, erst 1973! Was war denn vorher? Vorher gab es die 110 und 112 nur in Großstädten. Wer in einer Kleinstadt oder auf dem Dorf gelebt hat, musste erst im Telefonbuch die Nummer der nächsten Polizeistelle oder der Feuerwehr heraussuchen, wenn er Hilfe brauchte. Und nicht jede Dienststelle war rund um die Uhr besetzt.

Es musste erst ein Unglück passieren, um das zu ändern. Ein achtjähriger Junge, Björn Steiger, wurde von einem Auto erfasst. Er war gar nicht schlimm verletzt. Aber er stand unter Schock und hatte Atemstillstand. Er hätte gerettet werden können, wenn es ein zuverlässiges Notrufsystem gegeben hätte. So aber kam der Krankenwagen zu spät. Der Junge starb. Seine Eltern haben keine Ruhe gegeben. Sie kämpften vier Jahre lang, bis der Bund und die Länder 1973 ein bundesweites Rettungssystem beschlossen haben.

Seitdem funktioniert die 110 für Polizei und die 112 für Feuerwehr immer. Die 112 gilt sogar Europa-weit. Man kann damit zu jeder Uhrzeit, übers Festnetz und mobil, kostenlos Hilfe rufen. Die Nummer ist einfach genial. Die drei Ziffern kann man sich leicht merken. Es ist auch nicht schlimm, ob man 110 oder 112 wählt. Die Polizei und die Feuerwehr sorgen auf jeden Fall dafür, dass die richtige Hilfe kommt.

Und bis die Hilfe da ist? Wenn man getan hat, was man tun konnte: den Notruf getätigt, erste Hilfe geleistet, dann hilft mir zumindest ein „Oje!“ Das ist auch ein Kurz-Notruf. Leicht zu merken, nur drei Buchstaben. Er ist die Kurzform von „O Jesus!“ Oje – mit diesem Notruf erinnere ich Gott daran: Wir brauchen jetzt auch deine Hilfe.

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