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Die Küchenbank und die Kirchenbank
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Die Küchenbank und die Kirchenbank

Elisabeth Krause-Vilmar
Ein Beitrag von

Elisabeth Krause-Vilmar,

Evangelische Pfarrerin, Bad Vilbel
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Es gibt diese besonderen Orte. Da können wir sofort entspannen. Die umherkreisenden Gedanken und Sorgen machen für einen Moment mal eine Pause. Und wir sind da. In diesem Moment.
Manchmal geht es mir so, wenn ich einen Berg erklimme, oder wenn ich auf das Meer schaue. Dann kann ich im Hier und Jetzt sein. In der Gegenwart.

Aber für dieses Gefühl muss ich nicht verreisen. Auch in meinem Alltag stellt es sich ein.
Zum Beispiel wenn ich bei meinen Nachbarn auf der Küchenbank sitze.
Ich weiß nicht genau, was diese Küchenbank für mich so besonders macht.
Ja, sie ist alt, aber ist eine normale einfache Küchenbank, wie sie in so vielen Häusern steht.
Vielleicht macht es sie besonders, weil schon viele Generationen von Menschen auf ihr gesessen haben?
Oder weil sie zum Innehalten und Verweilen einlädt?
Oder weil immer Kaffee und Kuchen gereicht werden, sobald ich mich hinsetze?
Ich weiß es nicht, aber es ist so:
Diese Küchenbank ist zu einem meiner Lieblingsplätze geworden,
Wenn ich auf ihr Platz nehme, spüre ich ein Gefühl von Heimat.

Ich finde es wichtig, Orte zu finden, an den wir eine Pause machen.
Gerade in stressigen Zeiten suche ich sie besonders oft auf.
Diese Orte müssen nicht in weiter Ferne liegen, es können auch ganz einfache kleine Orte in unsere Nähe sein.

Für mich ist so ein Ort der Ruhe und Heimat auch die Kirche.
Wenn ich eine Kirche betrete, komme ich zur Ruhe.
Manchmal zünde ich eine Kerze an. Manchmal setze ich mich einfach in die Kirchenbank.

Vielleicht laufen Sie ja jeden Tag auf dem Weg zur Arbeit an einer Kirche vorbei.
Sie steht Ihnen offen.

 

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