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Der schönere Teil der Welt
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Der schönere Teil der Welt

Michael Becker
Ein Beitrag von

Michael Becker,

Evangelischer Pfarrer i. R., Kassel
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Sie traut ihren Augen nicht. Ein Trinkgeld von über 500 Euro bekommt sie. Wo gibt’s denn sowas? In Amerika, vor vier Tagen (stern.de 14.2.2018). Da erzählt eine Kellnerin, dass sie ihre Wohnung nicht mehr bezahlen kann. Sie wird obdachlos, sagt sie und weint laut. Das müssen zwei Männer mitgehört haben. Als sie ihr Essen bezahlen, runden sie, 60 auf 600 Euro auf, umgerechnet. Die Kellnerin traut ihren Augen nicht, als sie abrechnet. Sie dreht sich um, aber die Männer sind weg. Sie läuft auf die Straße und sucht. Vergeblich. Ihre nächsten Tränen sind dann aus Freude.

Geben und Danken, das ist auch die Welt. Die Welt ist nicht nur Jammern und Klagen und Schimpfen; nicht nur Krieg und Härte. Die Welt ist auch Geben und Danken. Noch schöner ist es, wenn ganz ohne Worte gegeben wird. Die Helfer verschwinden. Sie wollen nicht als Wohltäter erscheinen, sondern nur mal helfen. Und Gutes tun, weil sie es können.

Wir können das auch. Es muss ja nicht Geld sein. Es gibt viele Geschichten vom Gutsein, vom Helfen. Wir brauchen diese Geschichten, um die Welt zu ertragen. Manchmal erdrücken einen die Nachrichten von Krieg, von Gewalt und Schüssen an Schulen. Da ist es wie Aufatmen, einfach nur gut zu sein. Es wenigstens zu versuchen. Glauben heißt gut sein wollen zu anderen; mit Gottes Hilfe nie bitter und abschätzig zu werden. Helfen statt wegschauen; danken statt hinnehmen. Geben und Danken sind der schönere Welt Teil der Welt. Da macht man gerne die Welt ein bisschen schöner.

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