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Der Oberste hats - Willkommen im Team
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Der Oberste hats - Willkommen im Team

Norbert Mecke
Ein Beitrag von

Norbert Mecke,

Dekan, Evangelischer Kirchenkreis Melsungen
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Es waren manchmal Momente, in denen man so richtig ins Schwitzen kam noch bevor das Spiel echten Einsatz forderte: die Augenblicke, in denen die Mannschaften gewählt wurden.

Erinnern Sie sich noch? Bei uns hieß es da immer „Tipp-Top: der Oberste hat´s!“ Zwei – oft die, die auch am meisten zu sagen hatten – gingen in Gänsefüßchen aufeinander zu, bis einer dem anderen auf dem Fuß stand, eben „der Oberste“ war. Der hatte dann die erste Wahl. Der Rest stand mehr oder weniger selbstbewusst als Gruppe am Rand. Und dann ging es erst so richtig los. Wer kam zu wem? Vor allem aber: Wann werde ich gewählt? Als Erster, in der Mitte?  Es gab wenig Schmachvolleres, als am Ende immer noch „ungewählt“ dazustehen. Waren die Helden erstmal aufgeteilt, wurde der Rest nach dem Prinzip „Schadensbegrenzung“ in die Mannschaften gewählt. „Nimm Paul, der trifft wenigstens den Ball!“ oder „Gut dann nehme ich halt die kleinen Schmidt-Brüder, aber wehe, Ihr spurt nicht!“

Kennen Sie – oder? Und ein bisschen davon bleibt ja auch - ganz jenseits von „Früher“ und Sport. Ein wirklich niederschmetterndes Gefühl, wenn man irgendwo mehr erlitten und erduldet, als wirklich erwählt und zugehörig, ist. Und: Anstrengend, wenn man hier und da auch die integrieren muss, die man eigentlich ungern im „Dream-Team“ haben will.

Heute nennt man das „Inklusion“: Menschen teilhaben lassen. Und hoffentlich selbst teilzuhaben: Teil eines Teams, Player in unserer Gesellschaft zu sein; seinen Platz zu bekommen und einzunehmen – mit den eigenen Stärken und trotz der eigenen Schwächen. Genüge ich? Wie stehe ich da? Wie stehen Sie da: am Ende?

„Tipp-Top: der Oberste hat´s!“ Eigentlich ist das nicht nur eine Abzählregel für die erste Wahl bei Sportteams. Es sogar ein prima Glaubensbekenntnis. Ich jedenfalls vertraue genau darauf: Dass der Oberste, dass Gott uns hat. Dass er uns wählt: „Du gehörst in mein Team!“, hat Jesus Menschen zu verstehen gegeben. Auch denen, die scheinbar keiner für ein Dream-Team auf der Rechnung hatte. Ob wir Tipp-Top oder mehr ein Flopp sind. Bei ihm sind Menschen – wie es so schön tiefgründig im Deutschen heißt: „gern gelitten“. Und das ist nicht nur Traum, sondern Wirklichkeit.

Wer nicht mehr Schwitzen muss, ob und wann er dazugehört, kann sich ganz auf´s Spiel konzentrieren. Mit dem Einsatz, den er eben bringen kann. Mein und Ihr kleiner Beitrag auf Gottes Spielfeld. Legen wir los!

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